grün:fläche


Die grün:fläche ist die Zeitung von campus:grün köln. Im Wintersemester 2011/12 ist sie nun zum vierten Mal erschienen. Wir veröffentlichen diese Zeitung jedes Semester. Hiermit wollen wir einerseits die aktuellen Entwicklungen in der Hochschulpolitik kommentieren, andererseits aber natürlich auch andere uns wichtige Themen aufgreifen.

Zeitung aus dem Wintersemester 2011/12

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Artikel der grün:fläche im Wintersemester 2011/12

Lehramt – Alt und Neu gesellt sich ungern

Über die Umstellung des Lehramts auf Bachelor, die damit verbundenen Probleme und das Auslaufen des Lehramts auf Staatsexamen

Die Bachelor-Welle hat nun das große Feld der Lehramtsstudiengänge ergriffen. Zu diesem Semester wurden alle Lehramtsstudiengänge in NRW auf Bachelor umgestellt. Damit ist der Bologna-Prozess auch bei den angehenden Lehrerinnen und Lehrern angekommen und hat immer einiges im Rucksack gehabt: Von Internationalisierung und Vergleichbarkeit bis hin zu Stärkung der "Employability". Die grundsätzliche Debatte über das Bachelor-/ Mastersystem soll hier außen vor gelassen werden, da schließlich die NRW-Landesregierung mit einer Reform der Reform ins Feld ziehen möchte, um Probleme bei der Bologna-Umsetzung, (wie bspw. der hohe Workload, das verschulte System, das kaum freie Gestaltungsmöglichkeit bietet) zu beheben. Doch einige große Fragezeichen müssen im Bezug auf die Lehramtsumstellung an dieser Stelle angeführt werden: Die Einführung zum Wintersemester?! Wenn man als Landesregierung ohnehin das BA/MA-System reformieren möchte, wieso führt man dann eine Studienreform durch, die die alten, bekannten Probleme beinhaltet? Wieso wartet man nicht "die Reform der Reform" ab? Zugegeben: Das Lehrerausbildungsgesetz (LABG 2009) sieht die Umstellung auf BA/MA mit dem Einführungsdatum WS 11/12 vor. Im Grunde haben uns das unser alter Freund Innovationsminister a.D. Pinkwart und seine schwarz-gelben Kolleg_innen eingebrockt. Dass nun dieses Tigerentengesetz greift, ist Fakt und Änderungen darin sind schwer zu erreichen. Die Unis sind an die gesetzliche Vorgabe gebunden. Dass hier die Umstellung nicht reibungslos funktioniert, war zu erwarten. Auch wenn gerade die Uni Köln und besonders das Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) in den letzten Monaten ein wahnsinniges Tempo vorgelegt hat, um einen möglichst unproblematischen Semesterbeginn zu erreichen, müssen die Neueinsteiger sich mit Umstellungsschwierigkeiten auseinandersetzen: Unfertige Prüfungsordnungen und nicht verbreitete Modul- handbücher, unklare Verbuchung von Leistungen und eine (bisher) unzureichende Informationspolitik der Univerwaltung. weiterlesen

Open Access

Open Access wird der freie (d.h. kosten- und barrierefreie) Zugang zu wissenschaftlicher Literatur genannt. Dieser bietet eine Chance zur Demokratisierung sowie einen weltweiten gleichberechtigten Zugang zur Wissenschaft.

Wissenschaft muss frei verbreitet werden, um Allen zu dienen Seit jeher bemühen sich Wissenschaftler_innen, die Ergebnisse ihrer Forschung dauerhaft zu dokumentieren und zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung der Forschung sollte also möglichst breit sein, um dauerhaft zu bleiben. Dies steht dem Urheberrecht, das in Deutschland gilt, diametral entgegen. Dieses soll die Urheber_in von geistigem Schaffen schützen und somit eine unkontrollierte Verbreitung dieses Schaffens verhindern. Bei wissenschaftlichen Publikationen werden die Erkenntnisse in neue Forschungen aufgenommen. Die Forschungsergebnisse sollen sich gegenseitig inspirieren. Wissenschaftliche Publikationen sollen zur Mehrung gesellschaftlichen Wissens beitragen und werden zudem oftmals staatlich finanziert. Ist in anderen Bereichen staatlicher Finanzierung die Verfügbarkeit der Erzeugnisse selbstverständlich (z.B. bei der Bundeszentrale für politische Bildung), so wird diese durch das Verlagswesen in der Forschung im großen Umfang eingeschränkt. Wissenschaftsinstitute, Bibliotheksverbände und die Hochschulrektorenkonferenz setzten sich in der Berliner Erklärung von 2003 das Ziel, einen weltweiten kostenfreien Zugang zu Wissen zu erreichen, also "Open Access" umzusetzen. weiterlesen

Köln ist okkupiert!

An einem sonnigen Samstagmorgen sammeln sich etwa 1500 junge, alte Menschen - allein, in Gruppen, mit Kinderwagen, mit selbst gebasteltem wütendem (Wisch-)Mob oder in Guy-Fawkes-Masken auf dem Chlodwigplatz in der Kölner Südstadt. Sie sind aufgeweckt, rufen und singen eigens gedichtete, kölsche Protestlieder. Der Umzug spaziert von Bank zu Bank und zeigt Wut! In der nächsten Woche versammeln sich genau so viele Leute am Dom, um das wachsende Unbehagen zu zeigen. Am 15. Oktober 2011 sind es deutschlandweit 40.000 Menschen, die die scheinbare Ohnmacht der 99% der Weltbevölkerung nicht mehr hinnehmen wollen. An den nächsten Terminen flacht es etwas ab. Am 11.11.11 um 11.11 Uhr trifft sich Occupy weltweit: ein Datum, welches in Köln ohnehin Massen nach draußen lockt. Der "Karneval der Empörten" soll die ursprünglichen politischen Beweggründe wieder mit dem Fest verbinden. Nach dem Motto "Jeder ist König!" kann sich jeder auf dem selbstgebasteltem Thron krönen lassen. Weltweit kommen wieder Tausende zusammen. "We are the 99 %!", brüllen auch die Besetzer auf dem neu getauften Liberty Plaza in New York seit dem 17. September. Arab spring meet American fall - von dem Tahrir Platz in Kairo zieht eine Welle der Empörung in die USA und in die ganze Welt. weiterlesen

Ein Jahr im AStA – eine kritische Selbstreflexion

Seit dem ersten Februar 2011 ist campus:grün im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) vertreten. Für die Gruppe hat das große Veränderungen bedeutet, sind wir doch zum ersten Mal im AStA tätig. Dieser Artikel soll eine kritische Reflexion des letzten Jahres sein. Er soll aber nicht inhaltlich Bilanz ziehen, sondern vor allem von unseren Erfahrungen in den Strukturen dieses Gremiums berichten. Die Wahlen und die Party - Startschuss im Freudentaumel Alles begann auf der Wahlparty im Dezember 2010. Es zeigte sich, dass zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder eine realistische Möglichkeit bestand, die unpolitischen Unabs (Die Unabhängigen) aus ihrem gemachten Nest zu holen und sie bei ihrer AStA-Arbeit abzulösen. campus:grün hatte sich bei den letzten Wahlen von 10 auf 15 Plätzen verbessert. Dies war einerseits durch unsere Arbeit in der Opposition begründet, andererseits auch dadurch, dass die feministische Liste guerilla grrls und die Alternative Liste nicht mehr zu den Wahlen angetreten waren und wir die Wählerinnen und Wähler dieser Gruppen am besten von unseren Ideen überzeugen konnten. Trotzdem hatte keine_r wirklich mit diesem Ergebnis gerechnet. Und so konnte man in den freudestrahlenden Gesichtern nach Bekanntmachung der Ergebnisse auch ein wenig Ernst erkennen, denn eins war klar: AStA-Arbeit bedeutet eine Menge Verantwortung. weiterlesen

Und was hat der AStA so gemacht im letzten Jahr?

Eine interessante Frage, die natürlich einer ausführlichen Antwort bedarf. Da der AStA nicht gerade die Füße still gehalten hat und die Seele baumeln ließ, sondern sich tatkräftig um eure Anliegen und Projekte zur Verbesserung des Studiums gekümmert hat, gibt es da einiges zu berichten. Wir versuchen uns mal auf ein Paar Punkte zu konzentrieren. Im neuen Ökologiereferat wurden mehrere Projekte umgesetzt: Das wichtigste für uns ist die allseits beliebte Fahrradwerkstatt, die sich seit dem Wintersemester 2011/2012 im Hinterhof der Mensa befindet. Die Dienste der fleißigen Helfer_innen werden von vielen Fahrradbesitzer_innen in Anspruch genommen. Ein weiterer Erfolg ist die Gemüsekiste, eine Zusammenstellung von saisonalem und regionalem Obst und Gemüse, das von einem Bio-Bauernhof in der Nähe von Köln, nach Hause oder an die Uni geliefert wird. Gut besucht war auch die Vortrags-, und Filmreihe zum Thema "Klimawandel vor der Haustür", sowie die Diskussion zu regionalem und fairem Handel. Vom Ökologiereferat ging zudem auch die Forderung aus, dass alle AStA-Publikationen auf Recyclingpapier gedruckt wurden. Hier fand durchaus ein kleiner Mentalitätswechsel statt. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Rassisimus und Alltagsdiskriminierung wurde durch das vom Referat "Kritische Wissenschaft und Antidiskriminierung" organisierte `festival contre le racisme` angeregt. Dies erfolgte durch unterschiedliche Formate, wie Ausstellungen, Theateraufführungen, Vorträge und Konzerte. weiterlesen

Dogcare-Clinic Sri Lanka – Eine Rettung für viele Straßenhunde

Sandstrand, Palmen und blaues Meer - Eine malerische Kulisse eröffnet sich den Touristen, die ihren Urlaub auf der Insel Sri Lanka - ehemals "Ceylon" im indischen Ozean verbringen. Von den Spuren des Tsunamis, der 2004 das Land verwüstet und zahlreiche Todesopfer gefordert hat, ist heute nicht mehr viel zu sehen. Besonders die Westküste hat sich aus ihrem Schock gelöst und sich wieder ganz dem Tourismus verschrieben. Nicht nur wunderschöne Strände, Ayuverda- Kuren und gutes Essen locken zahlreiche Urlauber_Innen jedes Jahr auf die Insel unterhalb Indiens, auch kulturelle und religiöse Stätten heizen den Massentourismus zusätzlich an. Doch hinter diesem, von westlichen Sonnenanbeter_innen konstruierten Urlaubsparadies verbergen sich Probleme, die der typische "Massentourist" nicht mal im Geringsten für möglich hält beziehungsweise die Hintergründe erfassen kann. Nicht nur der Tsunami 2004 forderte tausende von Menschenleben, auch der Bürgerkrieg, der erst vor ca. zwei Jahren sein Ende fand wurde von vielen zivilen Opfern begleitet. Die Forderung nach einem unabhängigen Tamilenstaat der "Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE)" und die Ablehnung der sri lankanischen Regierung gingen dem Konflikt voraus. Es folgten Jahre der Gebietseroberungen auf beiden Seiten, ehe 1995 die Situation zu einem Bürgerkrieg eskalierte. Friedensverhandlungen scheiterten und so endeten die Kämpfe erst im Mai 2009 als die sri lankanischen Truppen die Rebell_innen auf eine "ungefährliche" Zahl reduziert und ihren Anführer erschossen hatten. Nicht zuletzt wegen den beschriebenen Zuständen leidet Sri Lanka unter wirtschaftlichen Problemen und Armut. Doch auch ein anderes soziales Thema beschäftigt die rund 20,6 Millionen Einwohner_innen der Insel im indischen Ozean. weiterlesen

Buchempfehlung : Die Wolke

Seit dem Unglück in Fukushima im März 2011 wurde auch in Deutschland wieder die Atomdiskussion angeregt. Bürger, Politiker und Medien fragen: "Wie sicher sind eigentlich unsere Atomkraftwerke?" Zwar liegen die 17 deutschen AKW nicht in so stark gefährdeten Erdbebenregionen wie in Japan, aber Stromausfälle durch Blitzeinschlag, Verstopfung von Kühlanlagen oder unglückliche Verkettung von menschlichem Versagen sind nicht auf Regionen bezogen, sondern können jedes Kraftwerk treffen. Die Unglücke in Harrisburg (1979) und Tschnobly (1986) schienen nicht nachhaltig genug zu sein, um die Menschheit zum Umdenken zu bewegen. Deshalb veröffentlichte die Autorin Gudrun Pausewang 1987 ihren Roman "Die Wolke", in dem sie eine atomare Katastrophe inmitten der dicht besiedelten Bundesrepublik inszenierte. Bis 2010 wurden 1,5 Millionen Exemplare verkauft, durch den GAU in Japan erreichte das Buch erneut die Bestellerlisten und das Interesse einer neuen Generation. Das Werk wurde mit dem Deutschen Literaturpreis ausgezeichnet. weiterlesen

Zeitung aus dem Sommersemester 2011

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Artikel der grün:fläche im Sommersemester 2011

Editorial

Liebe Student_innen, wir begrüßen euch zur neuesten Ausgabe der grün:fläche. Nach einigem Hin und Her durch neue und ungewohnte Aufgabenfelder, die sich uns seit dem Einzug in den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) erschließen, erreicht euch diese dritte Ausgabe nun mitten im Semester. Im Dezember 2010 konnten wir bei den Wahlen im Studierendenparlament (StuPa) unser Ergebnis erneut verbessern und schafften es, die Anzahl der Sitze auf 15 zu erhöhen. Wir danken euch für euer Vertrauen! campus:grün definiert sich als eine parteienunabhängige Hochschulgruppe. Unserem Selbstverständnis nach sind wir geschlechtergerecht und basisdemokratisch organisiert. Wir treffen uns in lockerer Runde jeden Dienstag um 19:30 Uhr im Raum C über dem AStA Café - Eingang Studiobühne (eine Wegbeschreibung gibts auf unserer Homepage), um uns über politische Themen auszutauschen, zu diskutieren und Veranstaltungen zu planen. Am 28. Juni veranstalten wir ein Kennerlerngrillen, zu dem wir alle Interessierten herzlich einladen. Dort wollen wir unsere Gruppe und unsere Aktivitäten in einer lockeren Runde vorstellen. Dazu gibt es Leckeres vom Grill und Getränke. Anschließend werden wir den Film "Empire St. Pauli" zeigen, in dem die Gefahren (Auswirkungen) der Gentrifizierung am Beispiel Hamburg aufgezeigt werden. Insgesamt soll es einfach ein unterhaltsamer Abend werden. (Alternativ: Wir freuen uns auf einen unterhaltsamen Abend mit euch.) Ansonsten könnt ihr natürlich jederzeit an unseren wöchentlichen Treffen teilnehmen. Wir haben auch in dieser Ausgabe der grün:fläche versucht, ein breites Spektrum von Themen in- und außerhalb der Uni zu bedienen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und freuen uns über Kritik und Anregungen. Mehr Infos über uns und weitere Termine: www.campusgruen.uni-koeln.de
Erschienen in der grün:fläche im Sommersemester 2011
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campus:grün Referent_innen und Projektleiter_innen des AStAs stellen sich vor

Seit Anfang des Jahres ist campus : grün im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) in einer Koalition mit Linke.SDSund Jusos vertreten. Im Folgenden sprechen Menschen von uns über ihre Arbeit und stellen sie kurz vor. weiterlesen

Chaos beim Lehramt

Zum kommenden Wintersemester werden in ganz NRW die alten Lehramtsstudiengänge auf Bachelor (BA) und Master (MA) umgestellt. An vielen Unis läuft schon seit Jahren ein Modellversuch, Köln ist da eine der wenigen Ausnahmen, die bis zu diesem Semester Lehramt mit Staatsexamen angeboten haben. Und das scheint im Chaos für die neuen, aber auch die alten Lehrämtler zu enden. Alle diejenigen, die sich jetzt für ein BA/MA-Lehramt informieren und dies dann ab dem WS studieren möchten, werden bemerken, dass die Uni noch lange nicht so weit ist, wie es die gesetzlich geregelte Einführung eigentlich vorausgesetzt hätte. Um Beratungs-, Informations- und Prüfungsorganisation und vor allem das nun obligatorische Praxissemester zu koordinieren, wurde – wie schon an anderen Unis seit Jahren bestehend – ein „Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL)“ gegründet, das sich der Umstellung und der daraus folgenden Arbeit annehmen sollte. Eine Mammut-Aufgabe, für die die Uni anscheinend nicht bereit ist, die dringend benötigten personellen und finanziellen Mittel bereitzustellen. Es fehlt an Zeit und Geld, alle Aufgaben, besonders diese, die ab dem Semesterbeginn mit der Aufnahme der neuen Studierenden erfolgen, zu bewältigen. So muss im ZfL u.a. die Wahl getroffen werden, ob man lieber eine Infomationshomepage oder eine persönliche Beratung schaffen möchte. Eigentlich dürfte das keine Frage des Entweder-Oder sein, für beides fehlt jedoch anscheinend das Geld. Gerade als man sich mit den Fakultäten geeinigt hat, welche Aufgaben diese (aus der Not geboren: zu viele) und welche das ZfL übernimmt, kommt KLIPS und beschwert sich, dass erst 29 von 104 Studiengängen ins System übertragen wurden, und so ein reibungsloser Betrieb zum Semesterstart nicht gewährleistet werden kann. Das heißt: Die Studierenden beginnen ihr Studium und können sich weder für Veranstaltungen anmelden, noch ihre Prüfungsleistungen registrieren lassen. Wie kann das sein? Ganz einfach: Die Prüfungsordnungen vieler Studiengänge sind noch gar nicht akkreditiert worden und daher auch noch nicht rechtsgültig. Die Interessierten für Lehramt BA/MA, die nun zur Zentralen Studienberatung oder denen der Fächer gehen, werden keine verbindliche Beratung erhalten, da die Studiengänge, die im WS eingeführt werden müssen, de facto noch gar nicht existieren. weiterlesen

Ein Monat auf Erdöl-Diät

Wie ich versuchte, einen Monat lang fast gänzlich ohne Erdöl auszukommen

Es kommt selten vor, dass mich ein Film oder eine Dokumentation inspiriert, etwas an meinem Leben zu ändern. Manchmal ist es einfach Bequemlichkeit oder auch der Alltag, die mich an Veränderung hindern. Doch eine Dokumentation, die ich im November letzten Jahres zum ersten Mal gesehen habe, nahm ich besonders als Anstoß, zumindest erstmal temporär etwas an meinem Konsumverhalten zu ändern. John Webster, ein britischer Dokumentarfilmer, lebte mit seiner Familie ein Jahr lang ohne Erdöl und ohne Produkte, die aus Erdöl hergestellt wurden. In seiner Dokumentation "Kein Öl mehr – Übung für den Ernstfall" dokumentiert er ein Leben gänzlich ohne Öl. Das klingt erst einmal einfach, denn wer denkt bei Öl schon gleich an Plastik? Das meiste Plastik besteht, von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, aus Erdöl. Schaut man sich in seinem Zimmer um findet man viele Gegenstände, die aus Plastik bestehen. Ist ein Leben ohne fossile Brennstoffe überhaupt noch möglich? Wir alle sind extrem Abhängig von Erdöl. weiterlesen

Naziaufmarsch 2011 in Stolberg – Ein Bericht

Am zweiten Aprilwochenende kamen Neonazis in Stolberg bei Aachen zusammen, um in zwei Märschen ihrer menschenverachtenden und demokratiefeindlichen Gesinnung Ausdruck zu verleihen. Am Freitag geschah dies mit einem Fackelmarsch, der nicht zuletzt an schreckliche Ereignisse des frühen Nationalsozialismus erinnerte. Am Samstag marschierte dann eine größere Gruppe Neonazis durch die Innenstadt Stolbergs. Dies taten sie schon im Jahre 2008 und 2009 und sorgten damit für Empörung bei vielen antifaschistisch eingestellten Menschen in ganz Nordrheinwestfalen, Belgien und den Niederlanden, die sich auch in diesem Jahr zu Wehr setzten. Stolberg ist nicht zufällig zum Austragungsort rechtsextremer Events ausgewählt worden. Zwar beziehen sich Neonazis nicht auf den zweiten Weltkrieg, wie dies beim Aufmarsch im Februar in Dresden anlässlich der Bombardierung durch die Alliierten geschah, doch trotzdem wird auch hier jüngere Geschichte massiv verdreht, um ins braune Denkmuster zu passen. weiterlesen

Am 17. Mai war der diesjährige IDAHO – International Day Against Homophobia

Zwei junge Studenten spazieren händchenhaltend durch Köln-Lindenthal. Sie freuen sich auf einen sonnigen, unbeschwerten Nachmittag. Zwei andere junge Männer kommen ihnen entgegen. Als sie nur noch ein paar Meter von einander entfernt sind, hustet einer von ihnen in seine Faust. Nicht laut, aber deutlich ist für das händchenhaltende Paar das Wort „Homo!“ zu vernehmen. Der unbeschwerte Nachmittag ist dahin. Ähnliche Situationen sind für viele Menschen Alltag. Sie sind Beleidigungen, die kaum geahndet werden können, sowie gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt. Formen wie diese kennen wir aus rassistischen und antisemitischen Kontexten: Da ist jemand anders als die anderen. Man will meinen, dass in einem demokratischen, bürgerrechtlichen Staat Diskriminierung von gesellschaftlichen Minderheiten kaum Thema ist. Schließlich hat sich die Republik den Schutz von Anderssein als Recht eines jeden im Grundgesetz festgeschrieben: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Doch die Realität sieht oft ganz anders aus und das gerade für Menschen, die sich selbst als Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle (LSBTI) verstehen und zu unrecht bisher nicht in den zitierten Artikel 3.3 des Grundgesetzes aufgenommen worden sind. weiterlesen

Hafenausbau soll Kölner Naturschutzgebiet zerstören

Jede Stadt hat ihre riesigen, meist überdimensionierten, Prestigeobjekte. Diese Bauvorhaben werden dann als „historisch“ und „wirtschaftlich nötig“ für die Stadt beschrieben: „Eine gute Investition in die Zukunft!“ Köln hatte in den vergangenen Jahren einige dieser Prestigeprojekte:
  • Das alte Kölner Schauspielhaus, das abgerissen werden sollte, nun aber nach heftigen Protesten saniert wird,
  • der Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage, ein Schmiergeldskandal, der nicht nur Unsummen an Steuergeldern verschwendete, sondern auch so überdimensioniert ist, dass der Kölner Müll nun besonders teuer verbrannt wird, und
  • der U-Bahn-Bau, der immer mehr Zeit, Geld und schrecklicherweise das Stadtarchiv verschlungen hat.
Man sollte meinen, Köln hätte aus der Kontinuität von Bauvorhaben nach dem Motto „höher, größer, weiter, teurer“, welche den Bürger_innen von oben aufgedrückt und bei denen meist Alternativen außen vor gelassen wurden, gelernt. Doch nun rückt erneut ein Prestigeprojekt in den kommunalen Fokus: Der Ausbau des Godorfer Hafens. weiterlesen

Gruß aus der Küche

Schon wieder ein Text über Ernährung und Fleischkonsum. Das ist ja so 2010. Vegetarismus als Teil eines hipsteresken Lebensstils. Mehr gesundes Essen in den Schulen. Jamie Oliver, der Küken vor laufender Kamera umbringt, um auf die haarsträubenden Vorgänge in Schlachtereien aufmerksam zu machen. Jonathan Safran Foer und sein Buch „Eating Animals“. Wieso muss man sich eigentlich immer von allen Seiten in sein Mittagessen reinquatschen lassen? Schon seit längerem nimmt das Thema Ernährung einen großen Stellenwert im gesellschaftlichen Raum ein und ist Anlass für hitzige Diskussionen. Auch die Einführung eines veganen Gerichts in der Hauptmensa der Universität hat sicherlich schon für Gesprächsstoff gesorgt – hurra, denken manche und freuen sich auf Sojaspieß und Tofubratlinge. Während andere die Augen verdrehen, genüsslich an ihrem Hähnchenbrustfilet „Kaschmir“ knabbern und die Ökoidioten belächeln. weiterlesen

Vom Hinsetzen und Sitzenbleiben – Hintergrund: Ziviler Ungehorsam

Der Begriff des zivilen Ungehorsams kommt immer dann auf, wenn z.B. wieder mal ein Castortransport durchs Land rollt, oder rechtsextrem gesinnte Menschen versuchen ihre faschistischen Parolen öffentlich zu verbreiten. Aber was genau ist denn das „ziviler Ungehorsam“? Legal ,nicht legal? Nötig, unnötig? Welche Aktionen fallen darunter? Diese Fragen versuche ich zu beantworten, jedoch sei eins von vornherein gesagt, dieser Begriff ist schwer zu fassen und genau das macht ihn aus. Ziviler Ungehorsam wird fälschlicher Weise oft mit Revolution oder Umsturz assoziiert, das Gegenteil ist der Fall. Es geht um eine Form von politischer Partizipation, bei der die Bürger_innen bewusst gegen das bestehende Recht verstoßen, um zu symbolisieren, dass ihr „ Gewissen Widerspruch aus Gehorsam gegenüber höherrangigen, der Verfassung jedoch zu Grunde liegenden Menschenrechten verlangt“ (Elke Steven: Ziviler Ungehorsam, in: Ulrich Brand et al: ABC der Alternativen, Hamburg (VSA) 2007, S. 262f.). Dabei bewegt er sich im Spannungsfeld zwischen eben diesem bestehenden Recht, dem er als Staatsbürger unterworfen ist und den von seinem Gewissen vorgegebenen Gerechtigkeitsnormen. Die Beteiligten müssen dabei immer das Gesamtwohl im Auge haben und das Ziel verfolgen durch die Regelüberschreitung auf herrschendes Unrecht aufmerksam zu machen. Dabei muss die unbedingte Bereitschaft bestehen sich den strafrechtlichen Konsequenzen zu stellen. weiterlesen

Sarrazinierung Deutschlands – Die rassistische Mitte in der BRD

„Der kommende Aufstand“ der Autor_innengruppe „Das unsichtbare Komitee“, ist das meist diskutierte Buch in Frankreich seit Jahren. Es beinhaltet neben einer kritischen Auseinandersetzung mit der französischen Gesellschaft und einigen theoretischen Abhandlungen, vor allem konkrete Handlungsmöglichkeiten für das Leben in einer sich befreienden Gesellschaft und auf dem Weg dorthin. Bezug genommen wird dabei vor allem auf die Aufstände in den Banlieues in Frankreich 2005/6. Sie stehen symbolisch als Beispiele für die Brüchigkeit des kapitalistisch-demokratischen Systems und seiner Allmacht im industrialisierten Westen. Im Gegensatz dazu, steht das aktuelle Bestsellerbuch und seit der Gründung der BRD am meisten verkaufte politische Sachbuch „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin. Hatte Sarrazin schon in den letzten Jahren immer wieder mit menschenverachtenden Statements über Sozialhilfebezieher_innen auf sich aufmerksam gemacht („Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können“), so ist mit seiner medial aufwendig inszenierten Bucherscheinung eine neue Stufe der Hetze erreicht. weiterlesen

Frauenquote – Wer nicht hören will, muss fühlen

So regelmäßig wie das Tempolimit taucht auch das Thema Frauenquote in Presse, Funk und Fernsehen auf. Ebenso wie die Diskussionen um das Tempolimit, hat jedoch trotz endloser Debatten auch die angestrebte Gleichstellung von Frauen und Männern in der Wirtschafts- und Arbeitswelt sowie in Politik und Gesellschaft, in den letzten Jahren keine wesentlichen Fortschritte gemacht. In diesen Bereichen sind wir noch weit von der Geschlechtergerechtigkeit entfernt. Im Wirtschaftsleben zeigen schon die nackten Zahlen, wie notwendig hier ein Durchbruch ist. Wie inzwischen hinlänglich bekannt, besetzen die Männer 90% der Spitzenpositionen in der Wirtschaft. Dieser Wert stagniert seit Jahren, als wäre er ein Naturgesetz. Wo jedoch liegen hier die Ursachen dieser Diskrepanz, und viel wichtiger, wie kann man hier Veränderungen bewirken? Die in der Vergangenheit fehlende Bereitschaft der Konzerne, sich mit dem Thema Frauenquote konstruktiv auseinander zu setzen und eigenständig Maßnahmen zu entwickeln, die ein frauenfreundliches Klima in den Betrieben erzeugt, haben zu den heutigen katastrophalen Umständen geführt. So sehen sich die Konzerne nun mit der Situation konfrontiert, dass sogar rechtliche Schritte zur Einführung einer Frauenquote ernsthaft diskutiert werden. „Wer nicht hören, will muss fühlen“ ist ein in der Erziehung zu recht überholtes Motto; für die Wirtschaft bekommt es hier jedoch einen aktuellen Bezug. weiterlesen

Zeitung aus dem Wintersemester 2010/11

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Artikel der grün:fläche im Wintersemester 2010/11

Editorial

Liebe Student_innen, ihr haltet die zweite Ausgabe der grün:fläche in den Händen. Diese Zeitung wird herausgegeben von campus:grün köln. Wir sind eine parteienunabhängige Hochschulgruppe an der Uni Köln. Unserem Selbstverständnis nach sind wir geschlechtergerecht und basisdemokratisch organisiert. Wir treffen uns in lockerer Runde jeden Dienstag um 19:30 Uhr im Raum C über dem AStA Café (Eine Wegbeschreibung gibts auf unserer Homepage), um uns über politische Themen auszutauschen, zu diskutieren und Veranstaltungen zu planen. Am 12. Oktober werden wir wieder ein Kennenlerntreffen durchführen, wo wir unsere Gruppe, unsere Aktivitäten und die 'demokratische' Struktur der Uni vorstellen möchten. Zu diesem möchten wir dich herzlich einladen. Insgesamt soll es also ein netter Abend für alle Menschen werden, die sich schon immer mal gefragt haben, was wir denn eigentlich so machen oder die sich überlegen, auch mal die Hochschule aktiv gestalten zu wollen. Aber auch bei jedem anderen wöchentlichen Treffen kannst du natürlich gerne vorbeikommen. Nach den gescheiterten Verhandlungen für einen neuen AStA (siehe http://ukoeln.de/928WI (http://ukoeln NULL.de/928WI)), haben wir im letzten Semester mit vielfältigen Aktionen, sei es im Bildungsstreik oder auf dem Campus, auf uns und unsere Anliegen aufmerksam gemacht. Vom 13. bis zum 17. Dezember finden wieder die studentischen Wahlen statt. Hier würden wir uns natürlich über deine Stimme und Unterstützung sehr freuen. Falls ihr Interesse an uns oder unseren Themen habt, kommt doch zu einer unseren Veranstaltungen oder zu unserem Kennenlerntreffen am 12. Oktober. campus:grün köln weiterlesen

Von Lobbys und Atomenergie-Gutachten

Wie sich Schwarz-Gelb die Atomenergie vom Kölner EWI schön rechnen lässt

Als „Revolution in der Energieversorgung“ bezeichntete Kanzlerin Merkel den „Energiefahrplan 2050“ der Bundesregierung. Der Beschluss zur Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke um zehn bis 14 Jahre zeigt jedoch, dass die Regierung primär die Interessen der Atomlobby vertritt. Denn wenig spricht für eine Laufzeitverlängerung. Als Grundlage für den Energiefahrplan ließ sich die Regierung ein Gutachten vom Energiewirtschaftlichen Institut (EWI) der Uni Köln erstellen. Dieses ist an die WISO-Fakultät angegliedert und erhält nach einem im Jahre 2008 geschlossenen Kooperationsvertrag je vier Millionen Euro von Eon, RWE und dem Land NRW, das damals noch schwarz-gelb regiert wurde. Im Kölner Stadtanzeiger vom 31.10.09 sprach RWE-Vorstand Rolf-Martin Schmitz davon, dass die Tatsache, dass das Land NRW ebenfalls Geld gibt, verhindern würde, dass es zu Gefälligkeitsgutachten kommen könne. Diesen Eindruck kann das aktuelle Gutachten jedoch nicht bestätigen. Darüber hinaus sind die Vorgaben der Bundesregierung zu kritisieren. So bezog sich die Studie alleine auf wirtschaftliche Aspekte, ökologische Auswirkungen sollten nicht behandelt werden. Die Fragestellung war, inwieweit ein „Ausstieg aus dem Ausstieg“ die Strompreise senken könne. Das Szenario des Atomausstiegs, wie er von Rot-Grün geplant war, wurde dabei nicht berücksichtigt. Eine Laufzeitverlängerung war deshalb eine schon im Vorhinein beschlossene Sache, unabhängig davon, ob dies aus wirtschaftlicher oder ökologischer Perspektive sinnvoll ist. weiterlesen

Kommt ins Wendland – auf nach Gorleben

Der Castor bleibt auf der Strecke

Im Jahr 2000 zeigten sich nach jahrzehntelangen Protestaktionen der Anti-AKW-Bewegung endlich erste Erfolge. Die Restlaufzeit für die Atomkraftwerke wurde im Rahmen des so genannten Atomkompromisses auf 32 Jahre festgelegt. Die BRD beschloss als eines der ersten Länder weltweit, aus der Atomkraft auszusteigen. Dieser Teilerfolg, der noch immer viele Gefahren zuließ, führte leider dazu, dass die Anti-Atom-Bewegung schrumpfte und der Großteil der ehemaligen Gegner_innen sich entspannt zurücklehnte. Erst dadurch war es möglich eine Rücknahme dieses Kompromisses in Angriff zu nehmen. Mit der jetzt erfolgten Laufzeitverlängerung durch die schwarz-gelbe Bundesregierung wurde die BRD wieder ganz weit ins Atomzeitalter zurückgeworfen. Gleichzeitig wurde die Förderung für regenerative Energieformen eingeschränkt. Im Wendland, dem Landstrich rund um das kleine niedersächsische Dorf Gorleben, hat die Anti-Atom-Bewegung schon seit langem ihren Ausgangspunkt. Seit 1979 der Standort für das geplante Endlager auf Gorleben festgelegt wurde, hat sich hier eine Protestkultur entwickelt, die ihresgleichen sucht. Zeitgleich mit der Laufzeitverlängerung wird im Oktober die Erkundung des Salzstocks Gorleben wieder aufgenommen, die durch ein Moratorium der rot-grünen Bundesregierung gestoppt wurde. Für die Bewohner_innen des Wendlandes ist dies eine doppelte Kriegserklärung. weiterlesen

Protektionismus statt großem Protest

Ein Diskussionsbeitrag zur Masterplatzsituation an der Universität zu Köln

Kölner Unistudent_innen schimpfen über Fachhochschüler_innen, die Uni über das Land NRW und alle gemeinsam über die Umsetzung des Bologna-Prozesses. Was ist nur bei der Masterplatzvergabe im Sommer 2010 schief gelaufen? Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Köln, August 2010: Viele Bachelor-Student_innen der WiSo-Fakultät mussten mit Erschrecken feststellen, dass ein Bachelor-Abschluss selbst mit einer Endnote von 1,9 nicht zum erhofften Masterplatz an der lieb gewonnenen Uni reicht. Vor allem Kölner BWL-Student_innen fühlen sich von der Uni im Stich gelassen. Auf 215 Masterplätze im Bereich „Business Administration“ gab es über 1700 Bewerber_innen. So manchem wird jetzt klar, dass die Konkurrenz sich nicht nur aus den eigenen Reihen zusammensetzt, sondern auch Fachhochschüler_innen und Student_innen anderer Unis um die begehrten Plätze buhlen. Die Zunahme der Konkurrenz um die begrenzte Anzahl von Masterplätzen, ergibt sich aus der nationalen Umsetzung des Bologna-Prozesses. Dieser sieht den Bachelor als einen berufsqualifizierenden Abschluss an, welcher den Master nicht zwingend notwendig macht. Student_innen sollen damit schneller in das Berufsleben gebracht werden. Der dadurch entstandene Mangel an Masterplätzen wird deutlich, wenn man die Studierendenanfänger_innenzahlen des BWL-Bachelors und die gleichzeitige Masterplatzsituation vergleicht. Auf etwa 1000 BWL-Bachelor-Studierende, die das Studium an der Uni Köln bisher pro Jahr begonnen haben, kommen nur 215 Masterplätze. Im Zuge des Hochschulpakts II, der ab 2011 mehr Studierendenplätze für Studienanfänger_innen schaffen soll, wird sich dieses Verhältnis in den kommenden Jahren unter Umständen noch verschlechtern. Dies ist ein generelles Problem, meist unabhängig davon, an welcher Fakultät studiert wird. Die Uni ist sich diesem Mangel durchaus bewusst. Stellvertretend betont WiSo-Studiendekan Mellis in einer Stellungnahme auf der Uni-Homepage: „Die Aufteilung der Kapazität auf die Bachelor- und Masterstudiengänge wurde mit dem Ministerium abgestimmt. Sie drückt nicht das Interesse der Fakultät aus, sondern ist Ausdruck der politischen Zielsetzung“. weiterlesen

campus:grün Tipps zum Energiesparen

Klimaschutz ist nicht nur etwas, das von Regierungen, Gesetzen und Verordnungen abhängt, sondern kann durch das ökologische und nachhaltige Handeln aller Menschen erreicht werden. Ein paar Tipps haben wir im Folgenden aufgeschrieben, die ein paar kleine Anregungen für den Alltag geben und die euch nicht nur helfen Energie zu sparen, sondern auch Geld. In dem Artikel haben wir bewusst auf allzu offensichtliche Dinge wie „Schaltet das Licht aus“ verzichtet. Wir möchten auch nicht belehrend wirken - jede Person kann für sich selbst entscheiden was für sie sinnvoll und umsetzbar erscheint. weiterlesen

Für eine friedliche Wissenschaft

Zivilklausel in die Grundordnung der Hochschule

Eine Zivilklausel verpflichtet Hochschulen nur für friedliche Zwecke zu forschen, also keine Forschung für Rüstungsunternehmen und das Militär durchzuführen, sowie nicht mit diesen zu kooperieren. Bundesweit gibt es im Moment in vielen Städten Initiativen für Zivilklauseln an Hochschulen. Auch an der Uni Köln gibt es seit dem Sommersemester 2010 den Arbeitskreis Zivilklausel. Gegründet wurde dieser Arbeitskreis nachdem das Studierendenparlament entschieden hat, dass der Einsatz für eine Zivilklausel auch an der Uni Köln zu den  Zielen der Verfassten Studierendenschaft gehören soll. Der Arbeitskreis ist offen für alle Student_innen und hat alle Fraktionen des Studierendenparlaments eingeladen, die Zivilklausel als gemeinsames Anliegen vieler Menschen an der Universität zu etablieren. Zunächst soll der Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit dem Wahlausschuss und in Absprache mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) eine Abstimmung zur Zivilklausel in der Student_innenschaft vorbereiten. Dabei soll einerseits ein Votum aller Student_innen eingeholt werden und zweitens verhindert werden, dass der Wunsch nach einer Zivilklausel als Minderheitenmeinung abgetan wird. weiterlesen

Umweltfreundliches Verhalten – ein Problem der Verantwortung?

Was bewegt unser Handeln in der Gesellschaft? Wie kommt unser Verhalten zu Stande? Ein gängiges psychologisches Erklärungsschema ist, dass sich Handeln aus Einstellungen ableitet und durch Verstärker modifiziert und aufrechterhalten wird. Bei umweltfreundlichem Verhalten hat sich jedoch gezeigt, dass verstärkende Anreize nur so lange wirken, wie sie auch präsent sind. Eine langfristige Verhaltensänderung stellt sich nicht ein. Gerade im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes scheint unser Handeln nicht so einfach zu erklären zu sein und oft handeln wir unserem Wissen entgegen, sei es aus Bequemlichkeit, Vergesslichkeit oder Resignation. Wir leben in einer Zeit, in der die Warnungen von Expert_innen stetig lauter werden. Wenn wir unser Klima und unsere (Um-)Welt retten wollen, muss unsere Generation Verantwortung übernehmen und konsequent umweltbewusst handeln - weltweit. Der Alltag sieht anders aus. Was sind Prädiktoren für umweltbewusstes Handeln im Alltag? Diese Frage haben Auhagen und Neuberger¹ am Umweltverhalten einer Gruppe von Student_innen untersucht. In Anlehnung an eine Theorie der Verantwortung von Hans Jonas untersuchten sie den Einfluss der drei Komponenten „Sollen“ – normative Überzeugung sich umweltfreundlich zu verhalten; „Wollen“ – emotionales Bedrohungsempfinden, das veranlasst sich umweltbewusst zu verhalten; und „Können“ – Handlungsalternativen für umweltbewusstes Verhalten und Vorliegen umweltpolitischer Einflussmöglichkeiten. Für die Sollens- und Wollenskomponenten fanden sich positive Zusammenhänge zu umweltbewusstem Handeln im Alltag, nicht jedoch für die Könnenskomponente. Den größten Einfluss hatte das Sollen, also die normative Einstellung gegenüber der Umwelt. Zusammen mit dem Angsterleben gegenüber Umweltzerstörung scheint sie ein Prädikator für umweltfreundliches Handeln zu sein. Was ist also das Problem? Ein Mangel an moralischer Verpflichtung gegenüber unserer Umwelt und eine zu große emotionale Distanz? Natürlich sind dies nur Befunde einer älteren Studie mit recht kleiner Stichprobe. Trotzdem lohnt sich die Frage, welche Hindernisse normativer Verpflichtung und emotionaler Betroffenheit im Wege stehen könnten. Die Problematik, sich umweltbewusst zu verhalten, ruht auch auf den komplexen Distanzverhältnissen. Es liegen keine einfachen Ursache-Wirkungs-Verhältnisse vor, die wir wahrnehmen können. Dies liegt zum einen an der Komplexität unseres Ökosystems und zum anderen an der schwer greifbaren räumlichen und zeitlichen Distanz der Konsequenzen unseres Handelns. Deswegen können wir auch keine direkte „Schuldzuschreibung“ vornehmen und müssen Verantwortung gegenüber der Umwelt als kollektive Verantwortung begreifen. weiterlesen

Dis/ability Studies*

Eine andere Sicht auf Behinderung

„Wer im Rollstuhl sitzt oder andere körperliche Probleme hat, ist behindert.“ Dies ist eine weitläufig verbreitete Erkenntnis. Für viele bilden „die Behinderten“ eine klar definierte Gruppe von Menschen. Wer behindert ist und welche Konsequenzen dies mit sich bringt, wäre demnach also leicht erkennbar und ohne Weiteres nicht veränderbar. Dass man es sich mit diesem naturalistischen Bild von Behinderung zu einfach macht, zeigt die Geschichte. Im Laufe der Jahre hat es verschiedene Modelle von Behinderung und viele Sichtweisen auf Behinderte*² gegeben, die ich im folgenden skizzieren möchte, um anschließend auf die dis/ability studies einzugehen. Während der Entwicklung der Moderne enstand die Kategorie Behinderung. Geprägt wurde diese Sicht von Vorstellungen über Gesundheit und Funktionfähigkeit. Körper wurden und werden nach Nützlichkeit bewertet. Auch um das eigene Gewissen zu beruhigen wurde sich Behinderten dann trotzdem angenommen: Im 19. Jahrhundert entwickelten sich in Deutschland die Hilfsschulen. Diese sollten sicherstellen, dass auch Behinderte, die Möglichkeit erhalten Bildung zu erlangen, wodurch eine Teilhabe am „normalen“ Leben ermöglicht werden sollte. Später wurde die Sicht auf Behinderung systematisiert. Es entwickelte sich das medizinische bzw. individuelle Modell. Die Behinderung lag nun in der einzelnen Person begründet und wurde medizinisch erklärt. Diese schematische Sicht wird immer noch angewendet, wenn es darum geht, Schwerbehindertenausweise auszugeben, Pflegebedürftigkeit zu ermitteln sowie den richtigen Lernort für Schüler_innen festzulegen. Wichtig ist dieses Modell also vor allem innerhalb des „Rehabilitationsparadigmas“, bei dem es darum geht Menschen eine Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Dabei wird jedoch nicht in die gesellschaftlichen Verhältnisse eingegriffen und eine Vebesserung der Lebensqualität für alle findet statt. weiterlesen

Viele Dächer, wenig Licht

Vor 2012 kein Platz für Solarstrom auf dem Kölner Campus

Die Bedeutung von erneuerbaren Energien zur Beschränkung der Erderwärmung wird heute kaum noch bestritten. Universitäten, als wichtige gesellschaftliche Institutionen, beteiligen sich jedoch nur im geringen Maße an der nötigen Energiewende. Die Situation an der Uni Köln ist besonders schlecht – veraltete, energieineffiziente Gebäude und der Bezug von fossiler Energie zeichnen die jetzige Situation aus. Die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen hat daran einen erheblichen Anteil. Unis können und wollen es sich nicht leisten, mehr für den Klimaschutz zu tun. Seit nunmehr zwei Jahren bereitet campus:grün auch deshalb den Bau einer von Student_innen finanzierten Photovoltaikanlage (PV) auf einem Uni-Gebäude vor. Unter dem Namen „UniSolar“ wurde 2007 in Leipzig das erste Projekt dieser Art umgesetzt. Student_innen erreichten dort die Installation einer PV-Anlage auf dem geisteswissenschaftlichen Zentrum. Betreiber der Anlage dort ist das Studentenwerk, doch finanziert wurde sie zu einem großen Teil von Student_innen. Mit fast 70.000€ zahlten sie mehr als ein Drittel der Anlage. Der Betrag setzt sich jedoch nicht aus Spenden, sondern aus Mikrokrediten von 250€ pro Student_in zusammen. Über einen Zeitraum von 10 Jahren erhalten die Kreditgeber_innen neben der jährlichen Tilgungsrate eine Rendite von 4% auf ihre Einlage. Aufgrund des „Erneuerbare Energien Gesetztes“ (EEG) ist die Einspeisevergütung für den Strom auf 20 Jahre festgelegt. Das Risiko für die Student_innen ist daher minimal. Gegenüber Spenden hat dieses Beteiligungsmodell den Vorteil, dass die Student_innen lange in das Projekt eingebunden sind, ihr Geld zurück erhalten und Klimaschutz somit nicht als etwas Kostspieliges erlebt wird. weiterlesen

Student_in, nicht Kund_in!

Sprache als Ausdruck der Ökonomisierung

Unsere Sprache beeinflusst unser Bewusstsein und somit letztlich auch unser Handeln. Sie transportiert Ideologien, unser Selbstverständnis und sie kann diskriminieren. All das geschieht meist unbewusst und fällt uns beim Sprechen selten auf. Dies ist ein Grund, weshalb wir, campus:grün, darauf Wert legen, gegenderte, also geschlechtergerechte Sprache zu nutzen, um so gesellschaftlichen und in Sprache manifestierten Vorurteilen und veralteten Weltbildern entgegenzuwirken. Aber nicht nur in diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich über die Bedeutung von Sprache und die Konsequenzen ihrer Nutzung im Klaren zu sein. weiterlesen

Science for a better li(f)e?

Intransparenz bei Bayer-Kooperation mit der Uni

Bereits in der letzten grün:fläche haben wir uns mit dem Kooperationsvertrag zwischen der Uniklinik Köln und der Bayer HealthCare AG beschäftigt. Nun haben die Kritiker_innen dieser Zusammenarbeit durch den Landesdatenschutzbeauftragten Unterstützung bekommen. Seit 2008 arbeitet der Pharmakonzern auf verschiedenen medizinischen Gebieten mit der Uniklinik zusammen. Während die Uniklinik, als öffentliche Einrichtung, Grundlagenforschung betreibt und Patient_innenfälle liefert, stellt Bayer wissenschaftliche und finanzielle Mittel zur Verfügung. Solch ein Public-Private-Partnership-Modell ist zwar heute nicht mehr unüblich, allerdings handelt es sich bei der Zusammenarbeit mit der Universität Köln um die bis dahin weitreichendste des Landes. weiterlesen

Über den Nutzen der Bildung

Werden die Geisteswissenschaften verdrängt?

„Wir haben zu viele Soziologen und Politologen. Wir brauchen viel mehr Studenten, die sich für anständige Berufe entscheiden, die der Gesellschaft auch nützen.“, bemerkte der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt schon in den 60er Jahren. Die Abwertung geistes- und sozialwissenschaftlicher Studiengänge ist kein neues Phänomen, wenngleich sie im heutigen Klima der zunehmenden Ökonomisierung von Bildung, noch stärker hervortritt und auch Einfluss auf die offizielle politische Agenda gefunden hat. So wird unterschieden zwischen volkswirtschatlich „nützlichen“ Professionen und solchen, die keinen tieferen Nutzen haben, sondern im Wesentlichen der Selbstentfaltung dienen. Ein_e Ingenieur_in – so die gängige Vorstellung – ersinnt wertvolle technische Neuerungen, die letztlich allen zugutekommen. Ein_e Philosoph_in dagegen endet bestenfalls als Taxifahrer_in. In jedem Fall ist der Beitrag zum gesamtgesellschaftlichen Reichtum minimal und steht in keinem Verhältnis zu den Kosten des Studiums. weiterlesen

Wenn Organisationszwänge regieren, Ethik und soziale Verantwortung verlieren Wirtschaftsethik an der Universität zu Köln

Interview mit Prof. Dr. Bernd Irlenbusch

Die zurückliegende Diskussion über Verfehlungen von einzelnen Manager_innen während der Finanzkrise ist eine typische Diskussion über fehlende soziale Verantwortung und die Maximierung des monetären Eigennutzens auf Kosten der Gesellschaft. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier bringt es im September 2010 in einem Interview in der „Zeit“ auf den Punkt: „Banker haben sich unverantwortlich, unmoralisch und unethisch verhalten.“ Wie ist aber ein solches Verhalten erklärbar? Unter welchen Organisationsbedingungen findet dies statt? Und wie lässt es sich vermeiden? Mit solchen Punkten setzt sich die Forschungsrichtung der Wirtschaftsethik auseinander. Die noch relativ junge Disziplin versucht ethische und moralische Prinzipien auf den Bereich des wirtschaftlichen Handelns anzuwenden. Im englischsprachigen Raum ist das Thema Wirtschaftsethik weitaus populärer als in Deutschland. Bedeutende Business Schools wie Harvard und Stanford, besitzen schon seit den 70er Jahren Wirtschaftsethiklehrstühle. Ethische Fragestellungen wurden bislang in wirtschaftlichen Fächern an der Universität zu Köln eher wenig beachtet. Immerhin durften sich Gesundheitsökonom_innen über Lehrveranstaltungen zum Thema „Ethik des Gesundheitswesens“ freuen. Prof.'in Dr.'in med. Christiane Woopen, die auch Mitglied des Deutschen Ethikrats ist, diskutiert hierbei mit Studierenden beispielsweise grundlegende Gerechtigkeitsfragen und diskussionswürdige Themen, wie die Priorisierung von medizinischen Leistungen. Betriebs- und Volkswirt_innen hatten lange Zeit keine äquivalente Möglichkeit in Lehrveranstaltungen ethische und moralische Fragestellungen zu behandeln. Studentische Organisationen wie PEUK und Oikos engagieren sich deswegen außerhalb vom regulären Lehrangebot und bieten eigene Veranstaltungen an. Wiederholt forderten die Gruppen auch gegenüber dem Dekan der WiSo-Fakultät, die Schaffung eines Wirtschaftsethiklehrstuhls. Zum Sommersemester 2010 folgte eine Positivmeldung, die auch campus:grün köln freute. In Folge eines Berufungsverfahrens wurde der umbenannte, um Wirtschaftsethik ergänzte, Lehrstuhl für „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre Unternehmensentwicklung und Wirtschaftsethik“ geschaffen. Lehrstuhlinhaber ist seitdem der Informatiker, Betriebs- und Volkswirt Prof. Dr. Bernd Irlenbusch. Seine Promotion schrieb er unter Betreuung von Reinhard Selten, dem bekannten Spieltheoretiker und einzigem deutschen Ökonomie-Nobelpreisträger. Zuletzt war er Reader an der renommierten London School of Economics. weiterlesen

Wann wirds mal wieder endlich gebührenfrei?

Bei den Landtagswahlen wurde die Regierungskoalition von CDU und FDP abgewählt. Nach einigem Hin und Her beschlossen die Fraktionen von SPD und Grünen, auf die Linkspartei zu verzichten und bildeten eine Minderheitsregierung. Während des Wahlkampfes wurde versprochen die Studiengebühren abzuschaffen. Der genaue Zeitpunkt war damals noch nicht klar und variierte zwischen Sommersemester 2011 und irgendwann im Jahr 2013, wobei man sich beeilte klar zu stellen, dass die Aussagen von Hannelore Kraft, zur Abschaffung im Jahr 2013, nicht so gemeint waren und der frühstmögliche Termin geprüft werde. Obwohl es in beiden Parteien weiterhin Studiengebührenbefürworter_innen gibt - es sei erwähnt, dass Rot-Grün mit den Langzeitkonten den Grundstein für allgemeine Studiengebühren in NRW legte - scheint es nun tatsächlich wahr zu werden: Die Gebühren werden abgeschafft. Über die genaue Form und den Zeitplan wird momentan gestritten. weiterlesen

Student_innenverbindungen und Burschenschaften an der Uni Köln

die reaktionären Kinder der deutschen „Revolution“

An der Uni Köln gibt es etwa 30 Student_innenverbindungen. In die Uniöffentlichkeit trauen sich diese allerdings eher selten. Solange man nicht das Pech hat, in der Nähe eines Burschenschafts- oder Verbindungshauses zu wohnen, kann man die Herren in den albernen Uniformen (meistens sind keine Damen zugelassen) höchstens am Erstsemester_inneninfotag betrachten. Die Verbindungen können nach folgenden Kriterien grob gegliedert werden: 1. Danach, ob die Verbindung schlagend oder nichtschlagend ist. Das heißt, ob ihre Mitglieder die Mensur fechten (rituelles Fechten, bei dem sich die Mitglieder ihre Schmisse holen) oder nicht. Bei den Schlagenden ist noch zu unterscheiden zwischen pflichtschlagenden und den fakultativ (also freiwillig) schlagenden Verbindungen. 2. Danach, ob die Verbindung farbentragend oder nichtfarbentragend ist. Also danach, ob die Korporationsmitglieder die Farben des Verbindungswappens in Form von Uniform, Bändern und Mützen zu bestimmten Anlässen am Körper tragen oder nicht. 3. Danach, ob die Verbindung konfessionell gebunden ist oder nicht. weiterlesen

Let’s go to the mall – today?

Welchen Einfluss hat der mögliche Bau eines neuen Einkaufszentrums auf Ehrenfeld?

Vielleicht können mit dem Namen Heliosgelände nicht alle etwas anfangen, trotzdem werden die meisten Student_innen zumindest Teile davon schon einmal besucht haben. Es handelt sich dabei nämlich um das große Gelände in Ehrenfeld, wo Gürtel und Venloer Straße aufeinander treffen und auf dem sich, neben dem etwas deplatziert wirkenden, dennoch wunderbar ästhetischen Leuchtturm, unter anderem das Underground befindet. Auch verschiedene Ateliers, Bars und Unternehmen finden dort ihren Platz. Und obwohl einige Teile davon brachliegen, macht diese Ecke viel vom Flair des charmanten „Veedels“ Ehrenfeld aus, das mit einer bunten Vielseitigkeit von Einzelhandelsunternehmen aller Art daherkommt und so manche Schätze bietet, nach denen man im Rest Kölns vergeblich sucht. Nun hat sich der Besitzer des Geländes, Bauwens Real Estate, überlegt, die riesige Fläche effektiver zu nutzen. Geplant ist, neben Büros und Wohneinheiten, ein riesiges Einkaufszentrum zu bauen - der Titel des Projektes ist „Helios-Höfe“. Mit einer Fläche von 20.000 m² soll dieses etwa so groß sein wie die Köln Arcaden in Kalk, welche immerhin 27.000 m² umfassen und in der Kritik stehen, dem Einzelhandel auf der Kalker Hauptstraße schwer zugesetzt zu haben. Das Underground würde nach derzeitigem ersten Entwurf einem Parkplatz weichen, weitere Einrichtungen an diesem Ort würden ebenfalls verloren gehen. Viele Einzelhändler_innen auf der Venloer Straße sehen sich in ihrer Existenz gefährdet, sollte das Projekt umgesetzt werden. Öffentliche Räume sind in der bisherigen Planung nicht vorgesehen. weiterlesen

Der Fahrradaktionstag

im ersten Gang Richtung Fahrradwerkstatt

Viele Student_innen kennen das Problem ja sicherlich. Sie haben einen Platten, das Licht geht nicht mehr, der Bremszug ist gerissen oder das Schutzblech verbogen. Sie wissen aber leider nicht genau, wie das repariert werden kann oder haben kein passendes Werkzeug dafür. Der Weg in den nächsten Fahrradladen ist beschwerlich und teuer, denn wer das Rad wiederhaben möchte, darf auch für kleine Reparaturen gerne mal 30€ und mehr bezahlen. Um diesem Problem entgegen zu wirken, gibt es an vielen Hochschulen von Student_innen oder vom AStA organisierte Fahrradwerkstätten. Dies beinhaltet sowohl einen sozialen als auch einen ökologischen Aspekt. Unser derzeitiger AStA sieht dieses, wie auch andere ökologische Projekte, nicht als seine Aufgabe an. weiterlesen

Wider jeden Extremismusbegriff?

„Willkommen zu einem neuen Abenteuer von Andi und seinen Freunden. Wie ihr sicher schon aus den ersten beiden Heften wisst, setzt sich Andi für Demokratie und gegen Extremismus ein.“ Diese verheißungsvollen Sätze, die Jugendliche als Sprechblasentext neben der Comicfigur-Version Dr. Ingo Wolfs (ehemaliger Innenminister NRWs) bei der Lektüre des vom Verfassungsschutz NRWs publizierten Comics begrüßen sollen, heißen die Leser_innen zugleich willkommen auf den Spuren imposanter begrifflicher Leere. weiterlesen

Zeitung aus dem Sommersemester 2010

Open publication (http://issuu NULL.com/campusgruen_koeln/docs/gruenflaeche?mode=window) - Free publishing (http://issuu NULL.com)

Artikel der grün:fläche im Sommersemester 2010

Editorial

Liebe Student_innen, ihr haltet die erste Ausgabe der "grün:fläche" in den Händen. Diese wird herausgegeben von campus:grün Köln. Wir sind eine parteienunabhängige Hochschulgruppe an der Uni Köln. Wir organisieren uns geschlechtergerecht und basisdemokratisch und treffen uns in lockerer Runde jeden Dienstag um 19:30 Uhr im Konferenzraum (Raum 203) im zweiten Stock des Gebäudes der juristischen Fakultät in der Gottfried Keller Str. 2, um uns über politische Themen auszutauschen, zu diskutieren und Veranstaltungen zu planen und durchzuführen. Am 04.05. (also in der 4. Semesterwoche) veranstalten wir wieder ein Kennenlerntreffen, wo wir unsere Gruppe, unsere Aktivitäten und die 'demokratische' Struktur der Uni vorstellen möchten, zu diesem möchten wir euch herzlich einladen. Aber auch bei jedem weiteren Treffen freuen wir uns über euer Kommen. Nach einem guten Ergebnis bei der letzten Wahl zum Studierendenparlament, bei der wir 10 Sitze erhielten, sind wir aktuell in den Verhandlungen für einen neuen AStA und hoffen auf eine Veränderung der politischen Landschaft an der Uni. Das kommende Semester steht wieder stark im Zeichen des Bildungsstreiks, der schon die letzten zwei Semester die Unis in Deutschland und Europa in Bewegung gehalten hat, darüber hinaus setzen wir uns für die Umsetzung unserer Projekte ein. Wir sehen uns hoffentlich auf den Bildungsstreik-Aktionstagen oder bei unserem nächsten Treffen. Mehr Infos über uns: www.campusgruen.uni-koeln.de weiterlesen

Der Gendergap

Statt des üblichen Binnen-I (z.B. StudentInnen) nutzen wir den „Gender Gap“ (Student_innen). Diese Schreibweise geht auf die Queer-Theorie zurück. Das Binnen-I (StudentInnen) schließt zwar Frauen in den Sprachgebrauch ein, zementiert aber die Zweigeschlechtlichkeit. Dieses binäre Verhältnis spiegelt jedoch nicht die gesellschaftliche Realität wider. Der „Gender Gap“ schließt auch alle diejenigen ein, die sich keinem Geschlecht eindeutig zugehörig fühlen oder fühlen wollen (wie z.B. Intersexuelle, Transgender oder Transsexuelle). Mehr zum Thema geschlechter- gerechte Sprache könnt ihr auf Seite 3 im Artikel "Sprache schafft Fakten" nachlesen. weiterlesen

Wer A sagt, muss auch B(ildungstreik) sagen

Nach den ersten Bildungsstreik-Protesten im Juni des Sommersemesters 2009, bei denen bundesweit über 200.000 Studierende, Auszubildende und Schüler_innen auf die Straße gegangen waren, fand der Protest auch im letzten Wintersemester kein Ende. Einen „heißen Herbst“ wollten die Aktivist_innen den Berufs-Politiker_innen und den Bildungseinrichtungen bescheren und dies war auch in Köln das erklärte Ziel des Kölner Arbeitskreises des Bildungsstreiks, an dem sich auch campus:grün beteiligte. So zogen trotz schlechtem Wetters über 5000 Demonstrant_innen am 17. November 2009 durch die Kölner Innenstadt und machten gemeinsam auf die Missstände im deutschen Bildungswesen aufmerksam. Gemeinsam formierte man sich unter Forderungen wie z.B. dem gebührenfreien Zugang zu Bildung, der Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems und einem Ausbau an demokratischen Mitbestimmungsrechten in Bildungseinrichtungen. Nach Wiener Vorbild wurde in Köln die zentral gelegene Aula 1 der Uni als Druckmittel und Diskussionsraum besetzt. Eine Besetzung eines Hörsaals der Kölner FH-Studierenden folgte. Schnell wurde deutlich, dass erst der neu gewonnene Raum die Diskussion über Bildungsperspektiven ermöglichte und in die Proteste in der Öffentlichkeit ankamen. Die Kölner Besetzung schaffte es sogar bis in die Tagesthemen der ARD. weiterlesen

Wahlen sind gelaufen

Die Wahlen vom Dezember 2009 an der Köln waren geprägt von dem Bildungsstreik, der in den Wochen vor, während und auch nach den Wahlen an der Uni Köln für frischen Wind gesorgt hat. Mit Besetzungen, Demonstrationen und kreativen Aktionen haben die Student_innen, Schüler_innen und Auszubildenden auf die Probleme des Bildungssystems aufmerksam gemacht. Wir haben gehofft, dass sich die Politisierung der Student_innen auch auf die Wahlbeteiligung und das Ergebnis auswirken würde. Diese Hoffnung hat sich zum Teil erfüllt. Einerseits ist die Wahlbeteiligung in diesem Jahr erneut gestiegen. Mit 20,2% liegt die Wahlbeteiligung zwar noch stark unter unseren Erwartung, aber im Gegensatz zum letzten (17%) und vorletztem Jahr (16,2%) ist doch ein sehr positiver Trend zu verzeichnen. weiterlesen

„Volksgenosse“ bei den Rechtswissenschaften?

Otto Depenheuer und seine zweifelhafte Habilitationsschrift

Während des NS-Regimes ebneten Juristen den Weg zum Naziunrecht beispielsweise durch Rechtsumdeutung oder das außer Kraft setzen des Analogieverbots im Strafrecht. Einer, der diese Schritte ganz maßgeblich vorantrug, war Carl Schmitt. Zwar ist die Rolle Carl Schmitts in der Rechtswissenschaft bis heute umstritten, jedoch war er es, der von seinem eigenen Schüler als „Kronjurist des Dritten Reiches“ bezeichnet wurde. Zudem gilt seine „Lehre vom konkreten Ordnungsdenken“ bis heute als Begründung des so genannten Führerprinzips. Lange Zeit sah es so aus, als hätte auch die juristische Fakultät der Universität zu Köln ihre dunkle Vergangenheit hinter sich gelassen. Doch schon seit längerem scheint es, dass Otto Depenheuer, seines Zeichens Professor für Staatsrecht (u.a. Grundrechte und Rechtsphilosophie), sich rechten Gedankenmustern, wie eben denen Carl Schmitts bedient, um seine „Lehre(n)“ zu rechtfertigen. Depenheuer war schon 2007 als Schäubles Nachtlektüre bekannt geworden.1 Seine staatstheoretischen Ansätze finden Anklänge an die „Feindtheorie“ Carl Schmitts. Der so titulierte „Feind“, in diesem Sinne der Terrorist, solle im Staat entschieden bekämpft werden. weiterlesen

Engagementmöglichkeiten an der Uni

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, Es gibt viele verschiedene gewählte Gremien innerhalb der Uni, die sich aus Student_innen zusammensetzen oder in denen Student_innen Mitbestimmungsrechte haben. Auch Du kannst dich hier einsetzen. Wir haben im folgenden alle Gremien aufgelistet, damit ihr euch einen Überblick verschaffen könnt, welche Gremien es gibt und welche Funktion sie haben. Der Vollständigkeit halber haben wir auch solche Gremien mit aufgelistet, in denen keine studentischen Vertreter_innen sitzen. weiterlesen

Gegen die Unicard

Pünktlich zur Wahlkampfzeit gibt es jedes Jahr wieder die Forderung von RCDS, LHG, Unabs und Co. nach einer „Unicard für alles“. Diese soll den Student_innenausweis ablösen und gleichzeitig als Kopierkarte, Mensazahlungsmittel, Bibliotheksausweis, Semesterticket, Prüfungsanmeldung usw. ersetzen. In der Theorie ist eine solche Vorstellung natürlich verlockend. Ein Blick auf die verschiedenen Umsetzungen zeigt, dass es überall viele Probleme gibt, die eine solche Karte für uns untragbar machen. Initiativen zu diesem Thema im Studierendenparlament gab es, zumindest in den letzten drei Jahren, allerdings nicht. Dass die Unabs, obwohl sie seit 10 Jahren im AStA sind, konzeptlos mit der Unicard auf Stimmenfang gehen, lässt tief blicken und nicht gerade auf ein tragfähiges Konzept hoffen. weiterlesen

Loblied auf die Stagnation

Perspektiven einer künftigen Postwachstumsökonomie

„Wachstum. Bildung. Zusammenhalt.“ Bereits der Titel des aktuellen Koalitionsvertrages zur 17. Legislaturperiode des Bundestages illustriert die dominante Rolle, welche dem Wirtschaftswachstum allerorten zugestanden wird. Er ist, so lässt sich vermuten, wohl auch nicht bloß als Aufzählung, sondern viel mehr als Rangfolge zu verstehen, sodass im Dienste der Wachstumsbefeuerung entstehende oder perpetuierte gesellschaftliche Widersprüche doch bitte klaglos zu ertragen seien, solange das Wachstum als gesellschaftliches Sinnstiftungselement zu profitieren vermag. In ihrer Bedeutung lässt sich diese Wachstumsfixierung nur vor dem Hintergrund ihrer Verschränkung mit dem neuzeitlichen Fortschrittsgedanken erschließen […]. Einher geht dieses Wachstum mit einer immer umfassenderen Naturausbeutung, die als Produkt wirtschaftlicher Wachstumsaspirationen den Wachstumsbegriff selbst in Frage zu stellen beginnt. Unterdessen wird man auf diversen Klimagipfeln, auf denen vorgeblich höchst besorgte Entscheidungsträger_innen zusammenzukommen pflegen, zuverlässig darüber belehrt, dass man Ökologie nicht gegen Ökonomie ausspielen dürfe. Die Ökonomie wurde jedenfalls in der Tat niemals ausgespielt. Sie wuchs weiter. Und mit ihr die CO2-Emissionen, die weltweit allein seit der Jahrtausendwende um 20% anstiegen. Während engagierte Umweltaktivist_innen vielleicht bald ans Ende ihrer Kreativität in Bezug darauf gelangen werden, wie man nun doch einen grundlegenden Bewusstseinswandel der Massen entzünden könnte, stellt der einzig wirkmächtige Gegner der Emissionsraten derzeit die Rezession dar. Ausbleibendes Wirtschaftswachstum als bestmöglichen Klimaschutz? Ein kurios anmutender Gedanke, doch dieses Wechselspiel funktioniert tatsächlich. Inmitten einer sich dem Wachstum unterwerfenden Welt sollte man sich daher nicht länger der Konfrontation mit fundamentaler Wachstumskritik entziehen, welche die simple Frage formuliert, ob wir nicht auch ohne Wachstum auskommen könnten. Warum sind wir also überhaupt auf Wachstum angewiesen? weiterlesen

Viel Nebel – wenig Licht: Bayer an der Uniklinik Köln

Seit März 2008 läuft das Preferred Partnership Agreement – die bevorzugte Partnerschaft – zwischen der Uniklinik Köln und der Leverkusener Bayer AG. Bevorzugte Partnerschaft, das heißt eine enge Zusammenarbeit mit Vorteilen für beide Teilnehmer. Eine Uniklinik als öffentliche Einrichtung, an der Forschung und Behandlung zusammenlaufen, liefert die Patient_innen und die Grundlagenforschung, während seitens der Bayer AG die finanziellen und wissenschaftlichen Mittel gestellt werden, um erworbene Informationen und Ergebnisse schneller umsetzen zu können. Das bringt mehrere Vorteile: Die Forschung auf bestimmten Gebieten kann rascher vorangetrieben werden, gleichzeitig haben Patient_innen schneller Zugriff auf neu entwickelte Medikamente. Schwerpunkte, die sich Bayer und die Uniklinik Köln gesetzt haben, liegen hierbei in den Bereichen der Kardiologie, Neurologie und Onkologie. Die Sinnhaftigkeit und Qualität solcher Studien soll durch das 2002 eingerichtete Zentrum für klinische Studien (ZKS) und ein „steering commitee“, bestehend aus Angestellten von Bayer und Uniklinik, gesichert werden. Als weitere Instanz besteht eine unabhängige Ethikkommission, deren prüfende Funktion sich jedoch lediglich auf die Einhaltung ethischer Regeln beschränkt. Durch ein neu eingeführtes Graduiertenkolleg wird jungen und vielversprechenden Wissenschaftler_innen die Möglichkeit der Promotion erleichtert – Bayer unterstützt also auch die Nachwuchsförderung. weiterlesen

Zuflucht Europa? – Festung Europa!

Europäische Grenzpolitik, das Massengrab Mittelmeer und dessen Hüter Frontex

2008 gab es, Schätzungen vom UN-Flüchtlingswerk UNHCR zufolge, weltweit rund 42 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies sind mehr als nach Ende des Zweiten Weltkriegs und mehr als eine Verdoppelung zu den Zahlen des Jahres 2004. Rund 26 Millionen auf der Flucht befindliche Menschen sind nach wie vor im eigenen Land, sie sind so genannte Binnenflüchtlinge, die restlichen 18 Millionen haben die Flucht in Drittstaaten angetreten. Viele von ihnen befinden sich auf dem Weg ins vermeintlich sichere Europa. Mit der Genfer Flüchtlingskommission haben sich alle Staaten der EU dazu verpflichtet Menschen Zuflucht zu gewähren, die u.a. aufgrund von ihrer Zugehörigkeit zu Ethnie, Religion, Nationalität oder ihrer politischen Überzeugung verfolgt werden. Grundsätzlich gilt nach der Konvention das Prinzip des Non-Refoulment, der Schutz vor Ausweisung und somit Abschiebung. Auch verbietet es Staaten, Flüchtlinge von ihren Grenzen abzuweisen und diese somit daran zu hindern Asyl zu beantragen. Allen Flüchtlingen ist demnach Zugang zu europäischen Grenzen und zu fairen Asylverfahren zu gewähren. weiterlesen

Der Uni Köln Öko-Test

Der Umweltschutz hat in den letzten Jahren verstärkte Aufmerksamkeit durch die Öffentlichkeit erfahren. Insbesondere der Klimawandel, aber auch das Artensterben und die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen haben bei vielen Menschen zu einer kritischeren Betrachtung ihres Umgangs mit Umwelt und Natur geführt. Allerdings ist es immer noch ein weiter Weg bis der Stellenwert der Ökologie ein Niveau erreicht, das zu einem rücksichtsvollem Umweltverhalten führt. Staatliche Lösungen sind – abhängig von der jeweiligen Regierung – meist nur vorübergehend oder scheitern sogar auf ganzer Linie, wie die misslungenen Verhandlungen zu einem neuen Klimaabkommen in Kopenhagen im Dezember 2009 gezeigt haben. Um einen nachhaltigen Umweltschutz zu etablieren, der unabhängig von aktuellen Regierungen oder internationalen Abkommen ist, braucht es ein grundsätzliches Umdenken. Gerade Universitäten sind wegen der Vorbildfunktion für gesellschaftliche Entwicklungen von zentraler Bedeutung. Daneben ist die Studienzeit ein prägender Lebensabschnitt für Menschen, die nach ihrer universitären Zeit häufig verantwortungsvolle Positionen bekleiden. Zudem verbringen sehr viele Student_innen und Uni-Mitarbeiter_innen einen Großteil ihrer Zeit an der Uni, so dass wenig umweltbewusste Entscheidungen der Verantwortlichen gleich das Konsumverhalten von über 40.000 anderen Menschen mitbestimmen. Hochschulen sollten nicht nur ihren ökologischen Fußabdruck begrenzen, sondern müssen für den Umgang mit der Natur Bewusstsein schaffen. Wir schauen uns deshalb die Uni Köln etwas genauer an und unterziehen sie in drei zentralen Bereichen einem kleinem Öko-Test. Dabei betrachten und bewerten wir die Papier- und Energienutzung sowie die Konsummöglichkeiten an unserer Uni. weiterlesen

Sprache schafft Fakten

Warum geschlechtergerechte Sprache wichtig ist

Sprache steht nie im luftleeren Raum, Sprache verändert sich, spiegelt die herrschende Gesellschaftsordnung wider und schafft Realitäten. Unsere Gesellschaft verwehrt weiterhin bestimmten Gruppen eine gleichberechtigte Teilhabe. Dies geschieht manchmal sehr deutlich und manchmal subtiler und lässt sich im Sprachgebrauch oft nachweisen. Eine große benachteiligte Gruppe sind Frauen. Zwar hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges getan, aber noch immer verdienen Frauen für dieselbe Arbeit weniger Geld, kommen schwieriger in Spitzenpositionen und leisten weiterhin den überwiegenden Teil der von der Gesellschaft weniger geschätzten Arbeit, so z. B. unbezahlte Arbeit im Haus und in der Erziehung. Dass die deutsche Sprache also nicht geschlechtergerecht ist, ist wenig verwunderlich. Zwar wird immer wieder behauptet, das so genannte „generische Maskulinum“ schließe Frauen mit ein, schauen wir aber genauer hin, werden wir feststellen, dass dies nicht wirklich der Fall ist. An wen denkt ihr z.B., wenn ihr die Berufe Sänger, Schauspieler oder Chefarzt, und an wen, wenn ihr Krankenschwester hört? Richtig, der Chefarzt ist beim ersten Gedanken keine Chefärztin. Der Beruf „Krankenschwester“ ist im Gegensatz zu den anderen genannten Berufen deutlich markiert und dem Weiblichen zugeordnet. weiterlesen