Liebe Student*innen,

ihr fragt euch, wieso die Uni auf eine nie dagewesene Herausforderung wie die Klimakrise kaum reagiert?
Anstatt über Klimagerechtigkeit zu diskutieren, orientieren sich die Inhalte eurer Lehrveranstaltungen an kapitalistischer Verwertbarkeit? Und warum läuft das BAföG eigentlich so schnell ab? Statt um Inhalte geht es nur noch um credit points und physische Anwesenheit? Doch ihr seid mehr als nur passives Humankapital! Geht wählen, wenn ihr die Uni aktiv mitgestalten möchtet!
Wir kandidieren als campus:grün, um unsere Hochschule inklusiver und ökologischer zu gestalten sowie Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und andere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit zu bekämpfen.
Für eine diverse, soziale und klimagerechte Uni, in der ihr euch wohlfühlen könnt!

Wer sind wir?

Campus:grün ist eine parteiunabhängige Hochschulgruppe an der Uni Köln. Hier setzen wir uns für Klimagerechtigkeit, Queerfeminismus, Antifaschismus und Antirassismus mit dem Ziel einer diversen und kritischen Uni ein.
Wir sind basisdemokratisch organisiert und haben dabei den Anspruch, gendergerecht und hierarchiefrei zu arbeiten – alle dürfen sich auf ihre Weise einbringen und haben Mitspracherecht. Wir treffen uns jeden Dienstag um 19.30 Uhr im Raum S202 (Alte Mensa).

Was wählen?

campus:grün kandidiert wieder für das Studierendenparlament! Wir sind beteiligt an bzw. unterstützen:

  • Gleichstellungskommission: „Queerfeministische Quallenfische (campus:grün)“ & „Profeministische Männer*liste – campus:grün (lila Pudel)“
  • Senat: „campus:grün, HSG Sowi & Friends – Links-Grüne Liste“
  • Fakultätsvertretung & Engere Fakultät WiSo: campus:grün, HSG Sowi & Friends – Links-Grüne Liste
  • Fakultätsvertretung & Engere Fakultät HumF: „Vollversammlung und Fachschaften“

Ökologie & Klimagerechtigkeit

Wir wollen, dass Nachhaltigkeit und vor allem Klimagerechtigkeit auch an der Uni im Fokus stehen. Dabei solidarisieren wir uns mit „students for future“ und weiteren Klimagruppen. Klimagerechtigkeit kann nur antirassistisch, antifaschistisch, antikapitalistisch und feministisch funktionieren.

Unsere Forderungen:

  • Kohleabbau stoppen, Hambacher Forst erhalten und alle Dörfer bleiben – weltweit! Unistrom aus erneuerbaren Energien!
  • Reduzierung von Lebensmittelverschwendung und Müllaufkommen an der Uni (z.B. Kooperation mit Foodsharing und ein cleveres Pfandsystem)
  • Veganes und vegetarisches Essensangebot erweitern, sowohl mittags als auch abends
  • Alternativen zu den Produkten von ausbeuterischen und diskriminierenden Unternehmen, wie z.B. Nestlé, true fruits, Red Bull
  • Verbesserung der Verkehrssituation für Fahrradfahrer*innen und Ausbau des Semesterticketangebotes (z.B. Wiedereinführung der ganztägigen Fahrradmitnahme, Taktverdichtung auf den Zubringerlinien zur Universität) im Rahmen einer umfassenden Verkehrswende

Emanzipation und Vielfalt

Wir wollen eine inklusive und bedürfnisorientierte Uni. Hier darf kein Platz sein für Rassismus, Sexismus, LSBTQIA*-Feindlichkeit¹, Antisemitismus, Be_hindertenfeindlichkeit, Klassismus und jegliche weitere Diskriminierungsformen.

Unsere Forderungen:

  • Die Überwindung der sozial konstruierten Zweigeschlechtlichkeit ist eine Voraussetzung für queere Zustände, in denen Menschen ohne Angst verschieden sein können
  • Dauerhafte Etablierung und ausreichende Finanzierung von Gender-, Queer-  und Diversity-Lehrangeboten (GeStiK)
  • Stärkung der Gleichstellungsbeauftragten & weibliche* Besetzung der Gleichstellungskommission
  • Gegen die konstruierte Zweigeschlechtigkeit im Unisystem und überall
  • Quotierung universitärer und studentischer Gremien
  • Mehr postkoloniale Perspektiven an der Uni
  • Wickeltische und kostenlose Hygieneartikel (Tampons, Binden, usw.) auf allen Toiletten
  • Weitere und konsequentere Einführung von All-Gender und FLINT*Q-Toiletten²
  • Stärkung der autonomen Referate: z.B. AF*L*R³, Studieren ohne Schranken (SoS), …

Aktiv gegen Rechts

Rassistische und neofaschistische Ideologien treten in vielerlei Formen auf und sind auch in der selbsternannten „Mitte“ der Gesellschaft sowie in den Universitäten verankert. Mit einer völkischen Partei im Bundestag sowie dem aggressiven Auftreten neurechter Bewegungen zeigt sich ein diskursverschiebender gesellschaftlicher Rechtsruck. Damit wird der Nährboden für Gewalt gegen marginalisierte Gruppen, wie z.B. Geflüchtete bereitet. In Zeiten, in denen Antifaschismus schon lange keine Grundhaltung mehr ist und antifaschistisches Engagement zunehmend delegitimiert und kriminalisiert wird, ist der Kampf gegen rechte Strukturen und gegenaufklärerische Bestrebungen umso wichtiger!

Unsere Forderungen:

  • Unterstützung antirassistischer Initiativen – Mobilisierung und Aufklärung gegen Rechts an der Hochschule und darüber hinaus
  • Konsequente Ahndung rassistischer, antisemitischer, sexistischer, be_hindertenfeindlicher, LSBTQIA*-feindlicher¹ und anderweitig diskriminierender Äußerungen von Dozent*innen
  • Antisemitischen Verschwörungsideologien konsequent Paroli bieten
  • Kritische Hinterfragung der pseudowissenschaftlichen Extremismus“theorie“
  • Burschenschaften aus dem Verzeichnis der Hochschulgruppen streichen
  • Für den Erhalt von Freiräumen, aus denen heraus auch antifaschistische Proteste und Aufklärungsarbeit organisiert werden können – AZ, Café Chaos, Bauwagenplätze, Assata im Hof bleiben!
  • Stärkung des Antifa AK (antifaschistischer Arbeitskreis)

Soziale Uni & bessere Studienbedingungen

Viele strukturelle Missstände erschweren das Studium unnötig. Der Zugang zur Uni wird Menschen durch klassistische Selektion erschwert oder sogar verhindert. Der Unialltag ist geprägt von Leistungs- und Konkurrenzdruck sowie finanzieller Unsicherheit. Diese gehen oft mit psychischen Belastungen einher. Zudem sind in den nächsten Jahren an der Universität massive Kürzungen geplant. Hier darf es keine Kürzungen in Forschung, Lehre und Personal geben!

Unsere Forderungen:

  • Hochschulzugang für geflüchtete Menschen vereinfachen
  • Anerkennung von allen (Hoch-)Schulabschlüssen aus anderen Ländern
  • Mehr studentischer Wohnraum in Köln
  • Leistungs-, elternunabhängiges und existenzsicherndes BAföG ohne Altersbegrenzung
  • Ausbau von Lernräumen, Verbesserung der Ausstattung und Schaffung von Rückzugsorten
  • Barrierefreie Universität (z.B. Sensibilisierung aller Hochschulangehörigen, barrierefreie Homepages)
  • Bachelor-/Master-System reformieren und Workload verringern
  • Prüfungsrestriktionen (z.B. 3-Versuchsregelung) abschaffen & geringere Prüfungsdichte
  • Vereinfachung der Anerkennung aller erworbenen Leistungen (z.B. ERASMUS, Ausbildungen, Prüfungsordnungswechsel)

Kritische & autonome Wissenschaft

Die Uni braucht inhaltliche und methodologische Vielfalt in Lehrveranstaltungen!  Aktuell scheint Employability gefragter als Bildung im Sinne der kritischen Durchdringung von Zusammenhängen, kapitalistische Verwertbarkeit geht vor Erkenntnisgewinn. Aus Bildung werden Kompetenzen – aus Student*innen Kund*innen. Wissenschaft kann niemals wertfrei sein, da sie immer in Herrschaftsverhältnisse eingebettet ist. Außerdem lehnen wir Drittmittelabhängigkeiten der Forscher*innen ab.

Unsere Forderungen:

  • Offenlegung & kritische Überprüfung aller Kooperationsverträge mit Unternehmen 
  • Studium Integrale ausbauen und in jeden Studiengang integrieren! 
  • Freie Veröffentlichung universitärer Forschung
  • Vollständige öffentliche Ausfinanzierung der Hochschulen und Fachbereich
  • Mehr Zeit und Raum für selbstgewählte Inhalte
  • Alternativmethoden anstelle von „Tierverbrauch“
  • Ein Ausgleich quantitativer und qualitativer Methoden in Psychologie und Soziologie
  • Einflussnahme von Religionsgemeinschaften auf Berufungskommissionen und Studienordnungen stoppen
  • Kritische Auseinandersetzungen mit diskriminierenden Thesen von Klassikern (Beispiel: Kants Werke)

Hochschuldemokratie & Hochschulpolitik

Die Uni ist ein politischer Raum und muss auch als solcher verstanden werden! Akteur*innen, die sich selbst als unpolitisch missverstehen, formulieren damit eine politische Bankrott-Erklärung. Politik beschränkt sich nicht auf Parteien-Politik, weshalb jede Handlung als politisch begriffen werden muss. Außerdem möchten wir Hochschulpolitik inklusiver gestalten, damit noch mehr Studierende dazu empowert werden, sich politisch zu engagieren und einzubringen.

Unsere Forderungen:

  • Hochschulpolitik zugänglicher gestalten
  • Nicht nur Dienstleistungs-AStA, sondern starke politische Vertretung der Studierendenschaft
  • Universitären Konkurrenzkampf beenden: Exzellenzinitiative/-strategie abschaffen
  • Studierendenparlament wirklich geschlechterparitätisch besetzen – inklusive quotiertem Präsidium
  • Gleicher Anteil Student*innen, Professor*innen, nicht- und wissenschaftlicher Mitarbeiter*innen in Gremien
  • Abschaffung des undemokratischen Hochschulrats
  • JA zur Neubildung der Sowi-Fachschaft
  • Bundesweite Interessenvertretung für Kölner Student*innen: Wiedereintritt in den fzs (freier Zusammenschluss von Student*innenschaften)

Umsetzung des neuen Hochschulgesetzes verhindern

Das  Gesetz ist zwar beschlossen, jedoch liegt es im Ermessen der Hochschulen, wie es umgesetzt wird. Somit wurde der Kampf für demokratische, zivile, nachhaltige und soziale Hochschulen von der Landesebene in die einzelnen Unis verlegt. Jetzt erst recht: Wir müssen den Druck aufrecht erhalten, damit das autoritär geprägte Hochschulgesetz an der Universität zu Köln nicht student*innenfeindlich umgesetzt wird.

Unsere Forderungen:

  • Nein zu Studienverlaufsvereinbarungen und Anwesenheitspflicht – nein zu Repression gegen außeruniversitäre Verpflichtungen und studentisches Engagement!
  • Zivilklausel erhalten, gegen Aufrüstungspläne und militärfinanzierte Forschung!
  • Gegen jegliche Zwangsexmatrikulationen!
  • Verhinderung der Einführung jeglicher Studiengebühren
  • Auslaufordnungen und „Regel“studienzeit abschaffen
¹ LSBTQIA*: Lesben, Schwule, Bi, Trans*, Queer, Inter*, Asexuelle 
² FLINT*Q: Frauen, Lesben, Inter*, Nicht-Binär, Trans*, Queer
³ AF*L*R: Autonomes Frauen*Lesben*Referat