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Gemeinsame Pressemitteilung zum Referent*innenentwurf des Hochschulzukunftsgesetzes

Die Juso-Hochschulgruppen NRW und die Landeskoordination campus:grün NRW  befürworten grundsätzlich die Initiative der Landesregierung ein neues Hochschulgesetz zu schaffen. Die dringend benötigte Novellierung wird einen Teil der Scherben wieder auffegen, die das von der CDU/FDP -Regierung erlassene, sogenannte „Hochschulfreiheitsgesetz“, angerichtet hat. Insbesondere der transparent gestaltete Reformprozess ist sehr begrüßenswert.

Der Referent*innenentwurf befindet sich seit November 2013 in einem offenen Diskussionsprozess, weswegen wir die massive Kritik der Hochschulräte und des Hochschulverbandes an der Notwendigkeit einer Gesetzesnovellierung nicht nachvollziehen können.

„Die einseitig interessensgeleiteten Hochschulräte haben mit ihrem offenen Brief an Svenja Schulze und Hannelore Kraft (6. Januar 2014) einmal mehr belegt, dass es ihnen an demokratischem Grundverständnis mangelt und sie deshalb abgeschafft gehören!“, so Anna Wilhelmi von den Juso-Hochschulgruppen NRW.

In der Erklärung des Deutschen Hochschulverbands (DHV) wird von „wissenschaftlicher  Leistungsfähigkeit“ gesprochen, welche angeblich in Ihrer Freiheit, Autonomie und Selbstverantwortung eingeschränkt würden. Es stellt sich jedoch die Frage, was mit der von den Hochschulleitungen genannten „Leistungsfähigkeit“ eigentlich gemeint sein soll: „Hochschulen als willige Dienstleisterinnen zur Profitmaximierung für die Privatwirtschaft oder vielmehr Hochschulen als gesellschaftliche Akteurinnen, die sich kritisch und unabhängig wissenschaftlichen Fragestellungen annehmen?“ fragen sich einstimmig die Vertreter*innen beider Studierendenverbände in NRW.

Der bisherige Entwurf enthält gute und wichtige Veränderungen. „Die Abschaffung von Anwesenheitspflichten und die Transparenz von Drittmitteln sind davon wichtige Punkte. Das Teilzeitstudium und die Einsetzung von Beauftragten für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung sind eindeutig zu befürwortende Neuerungen“ sagt Dennis Pirdzuns von der Landeskoordination campus:grün NRW.

Gerade das Teilzeitstudium schafft erweiterte Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die im Referent*innenentwurf vorgesehene Rückführung einiger Kompetenzen an den demokratisch gewählten Senat halten wir für richtig, viele Vorschläge des Entwurfes jedoch für nicht weitreichend genug.

Die Kritik muss unserer Meinung nach in eine ganz andere Richtung gehen. So sind die geplanten Zwangsexmatrikulationen völlig deplatziert. Sie verhindern die freie Entfaltung von Einzelnen und degradieren das Studium zu einer verlängerten Ausbildung, die einseitig auf eine Arbeitsmarktbefähigung ausgerichtet ist. Das Studium muss aber mehr bleiben!

Die mit dem Entwurf zur HWVO vorgesehene Einsetzung einer beauftragten Person zur Kontrolle des Haushalts der Studierendenschaften führt zu einer deutlichen finanziellen Mehrbelastung, ohne eine strukturelle Verbesserung mit sich zu bringen. Bei kleinen Studierendenschaften könnte eine solche Mehrbelastung sogar einen vollständigen finanziellen Stillstand bedeuten. Diese Neuerung greift zudem enorm in die Autonomie der gewählten Mitglieder der Studierendenvertretungen ein.

„Schließlich sind einige gute Ideen, wie die Möglichkeit der Einführung von Zivilklauseln, die Vermeidung von Tierversuchen in der Lehre oder eine echte paritätische Besetzung der universitären Gremien zu schwammig formuliert. Hier wünschen wir uns strengere Regelungen, die die Hochschulen zur Einhaltung verpflichten“ ergänzt Eva Malecha von der Landeskoordination campus:grün NRW.

Auch die Vertretung der studentischen Beschäftigten sollte unserer Meinung nach durch den Personalrat erfolgen, die derzeitig angedachte Vertretung durch eine einzelne Person halten wir für unzureichend! „Es wird Zeit, dass die studentischen Beschäftigten an den Hochschulen eine angemessene Personalvertretung durch einen Personalrat erhalten und so letztendlich die prekären Beschäftigungsverhältnisse effektiv bekämpft werden können!“, so Lukas Arndt von den Juso-Hochschulgruppen NRW.

Quellenverweise:
–  Stellungnahmen des Deutschen Hochschulverbands (DHV) vom Januar 2014:
http://www.hochschulverband.de/cms1/fileadmin/redaktion/download/pdf/aktuelles/Offener_Brief_Hochschulzukunftsgesetz.pdf
– Brief der Vorsitzenden der Hochschulräte vom 6. Januar 2014:
http://www.unibielefeld.de/Universitaet/Ueberblick/Organisation/Hochschulrat/dokumente/brief_der_hochschulratsvorsitzenden.pdf

Tagung: „…ohne Angst verschieden sein“!?

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit lädt ein:

„…ohne Angst verschieden sein“!?
Rassismus und Antisemitismus in der politischen Bildungsarbeit

Seit Jahrzehnten verweisen empirische Studien auf die Virulenz von Antisemitismus und Rassismus in der bundesrepublikanischen Gesellschaft – zwei Phänomene, die aufgrund ihres antidemokratischen Charakters zentrale Probleme der schulischen und außerschulischen politischen Bildungsarbeit darstellen. Die Komplexität beider Erscheinungen erschwert es, Gemeinsamkeiten und Differenzen wahrzunehmen und Antisemitismus wie auch Rassismus entsprechend ihren jeweiligen Eigenqualitäten zu erfassen. Daraus ergeben sich verschiedene Probleme für die Bildungsarbeit, denen sich die Tagung „… ohne Angst verschieden sein“!? widmet.

Grundlage für die Tagung bildet die Erkenntnis, dass Antisemitismus und Rassismus keineswegs gleichzusetzen sind, dass es aber ebenso ein Trugschluss wäre, beide Phänomene als gänzlich verschieden zu betrachten. Die Gemeinsamkeiten und die grundlegenden Unterschiede sind für eine an demokratischen Idealen ausgerichtete politische Bildungsarbeit von besonderem Interesse.

Auf der Tagung werden zum einen über theoretische Impulse Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung zu Rassismus und Antisemitismus vermittelt. Darüber hinaus ist die Möglichkeit zur Reflexion der Praxis politischer Bildungsarbeit gegeben.

Die Tagung versteht sich als Forum für Diskussionen und als Raum zum Austausch zwischen pädagogisch Tätigen, Studierenden, Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen der politischen Bildungsarbeit.

Wir laden Sie herzlich ein!

Anmeldung

Eine verbindliche Anmeldungen ist bis zum 02. Februar 2014 möglich.
Per Mail: anmeldung@melanchthon-akademie.de oder per Telefon.: 02 21 – 93 18 03 0

Bitte geben Sie bei der Anmeldung jeweils einen Workshop für Freitag und Samstag an. Da wir eine begrenzte Teilnehmer_innenzahl für die einzelnen Workshops haben, geben Sie bei der Anmeldung bitte auch immer einen Alternativworkshop für jeden Tag an.

Nach der Anmeldung erhalten Sie zur Zahlung weitergehende Informationen.

Es fällt ein Teilnahmebetrag an von:
25 EUR für Berufstätige und
10 EUR ermäßigt für Geringverdienende.
(Imbiss und Getränke inbegriffen)

Tagungsort

Melanchthon-Akademie Köln
Kartäuserwall 24b
50678 Köln

weitere Infos unter: www.koelnische-gesellschaft.de/tagung.php

Vielen Dank! -Wahlergebnis

Liebe Wähler_innen,

wir möchten uns herzlich bei Euch für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Wir konnten trotz einem starken Rückgang unserer personellen, vor Allem aber unserer finaziellen Kapazitäten (wir hatten nur in etwa die Hälfte der Materialien aus den Vorjahren) ein sehr starkes Ergebnis erzielen und haben uns mit 12 Sitzen als zweitstärkste Liste etabliert.

Im Senat ist die von uns unterstützte “Liste von FachschafterInnen” wieder mit einem Sitz vertreten und im Gleichstellungsbeirat hat die “Autonome Frauenliste” einen Sitz erlangt. Unser Wahlbündnis an der WiSo-Fakultät hat endlich einen Sitz in der Engeren Fakultät erhalten. Dadurch ist ein wichtiger Schritt in Richtung pluralistischer studentischer Interessensvertretung gemacht worden.

In den nächsten Wochen werden wir nun beraten, was das Ergebnis der Wahlen für uns bedeutet und welche Konsequenzen wir daraus ziehen. Von diesen werdet ihr hier auf der Seite lesen.stupaergebnisse2013

Die Ergebnisse für das Studierendenparlament im Detail:

campus:grün 12 Sitze (-4)
Jusos 8 Sitze (+3)
SDS 2 Sitze (-1)
Unabs 20 Sitze (+-0)
Junge Union 4 Sitze (+1)
LHG 1 Sitz (+-0)
SoWi HSG 1 Sitz (+1)
FTP 1 Sitz (+-0)
die Liste 1 Sitz (+-0)
Wendepunkt 1 Sitz (neu)

Nicht mehr angetreten ist die Piraten HSG (1 Sitz).

Aktionstage gegen Sexismus und Anti-Homosexualität: Wo bleibt der Sexismus gegenüber Frauen*?

Die Kritik an den diesjährigen Aktionstagen des AStA Uni Köln trifft wohl eher die Aktionstage gegen Anti-Homosexualität, denn Sexismus, besser gesagt die Perspektive Unterdrückung von Frauen* sichtbar zu machen, ist kein Thema. Explizit um Frauen* geht es in der ganzen Woche genau einmal, nämlich in ihrer Rolle als „weibliche Täterinnen“. Fast schon höhnisch, nichts für die Gleichstellung von Frauen in einer Woche gegen Sexismus zu tun und dann auch noch Frauen, die unter 5% der Fälle Täterinnen sind als solche explizit zu benennen. In dem ganzen Programm ist die Gleichstellung von Mann* und Frau* keine einzige Veranstaltung gewidmet. Einen thematischen Schwerpunkt während den Aktionstagen zu setzen ist eine Sache, eine komplette Seite von Sexismus aber nicht zu beleuchten (obwohl sie deutlich sichtbar im Titel steht) eine andere. Diversity, wie sie von dem verantwortlichen diversity Referat propagiert wird ist hier schmerzlich zu vermissen.

In Anbetracht dieser Woche, wird auch die Forderung, den Gleichstellungsbeirat in seiner jetzigen Form abzuschaffen, der Rosa Liste bei den letztjährigen Wahlen zum Studierendenparlament in ein anderes Licht gerückt. Für die „Jungs“ aus dem Referat ist Sexismus gegenüber Frauen wohl kein ernst zunehmendes Problem mehr. Wir sehen das anders! Frauen* sind immer noch einer strukturellen so wie individuellen Unterdrückung ausgesetzt und von Gleichstellung ist in weiten Bereichen des wirtschaftlichen, sozialen und auch privaten Lebens wenig zu spüren. Bei Aktionstagen gegen Sexismus UND Anti-Homosexualität kann es nicht nur um die „männliche“ Homosexualität gehen, sondern um jegliche, von Sexismus betroffenen Personengruppen wie Frauen, Lesben, Trans* und Interpersonen. Die Beschränkung des Programms, auf von Männern* dominierte Themen, stellt eine eigene Form sexistischen Verhaltens dar.

Diese Kritik verweist ausdrücklich darauf, dass die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Veranstaltungen zu Homophobie in keinster Weise hinterfragt werden und für wichtig empfunden werden, es aber nicht sein kann, dass zur gleichen Zeit andere Formen der Diskriminierung ausgeklammert werden. Ein diversity Referat sollte sich, quo eigener Definition, der Vielzahl an Diskriminierungsformen bewusst sein und sich nicht auf eine beschränken und eine andere der political correctness halber noch im Titel stehen lassen.

Wenn kein Verständnis für die Diskriminierung von Frauen besteht, dann doch wenigstens ehrlicherweise AKTIONSTAGE GEGEN ANTI-HOMOSEXUALITÄT. Alles andere ist Heuchelei.

Das Programm der Aktionstage findet ihr hier: www.facebook.com/events/449062878537412

Offener Brief an das Rektorat zur geplanten Abschaffung des BC SoWi

Am Montag, den 8 Juli fand die Sitzung der Engeren Fakultät, das höchste beschlussfassende Gremium der WiSo-Fakultät, statt. In dieser Sitzung wurde, trotz gegenteiliger Absprache, die Abschaffung des Bachelors Sozialwissenschaften weiter zementiert. Daher hat das Bündnis „Sozialwissenschaften erhalten“, in dem campus:grün aktiv mitarbeitet, einen offenen Brief verfasst, in dem es ein Gespräch mit dem Rektorat fordert. Aktuelle Informationen des Bündnisses findet ihr auf Facebook unter Sozialwissenschaften erhalten.

Offener Briefsowi_bleibt

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Freimuth,

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Herzig,

Sie haben wahrscheinlich mitbekommen, dass es an der WiSo-Fakultät eine Neuausrichtung des Studiengangs Sozialwissenschaften geben soll. Mit der angedeuteten Ausrichtung „VWL sozialwissenschaftlicher Richtung“ sind und waren sehr viele Studierende nicht einverstanden.

Dazu hat es mehrere Pressemitteilungen von verschiedenen Hochschulgruppen und auch von dem gegründeten Bündnis „Sozialwissenschaften erhalten“ gegeben. Das Bündnis wird von vielen Hochschulgruppen unterstützt: Jusos, campus:grün, sds, oikos, JU, LHG, HSG SOWI, Kritische Wirtschafts-und Sozialwissenschaftler_innen. Unsere Forderungen sind, dass es zum einen keinen VWL-Pflichtanteil geben soll und zweitens Soziologie und Politik gemeinsam studierbar sein soll.

Auch der Kölner Stadt Anzeiger hat am Dienstag, den 9 Juli über die Proteste zu dem Thema berichtet: http://www.ksta.de/campus/uni-koeln-protest-der-sowi-studenten,15189650,23642456.html

Die Proteste fanden am Montag, den 8 Juli während der EF-Sitzung der WiSo-Fakultät statt. Wir haben mit den Mitgliedern der Engeren Fakultät gesprochen und unser Bündnis hatte die Möglichkeit seine Argumente zu nennen. Uns wurde mitgeteilt, dass über den Studiengang in der nächsten Sitzung der Studienreformkommission diskutiert wird und letztendlich in der Sitzung der Engeren Fakultät Anfang August entschieden wird. Der Studiendekan, Herr Buschfeld, teilte uns auch mit, dass wir Vertreter_innen in die Sitzung der Studienreformkommission einladen lassen können und dort unsere Argumente nochmal darlegen können.

Erschreckenderweise wurde nun  in der EF-Sitzung am Montag, den 8 Juli entgegen dem, was uns mitgeteilt wurde, abgestimmt, dass der zukünftige SoWi-Studiengang  einen VWL-Pflichtanteil von 60 Leistungspunkten haben wird. Die Abstimmung über die Ausrichtung des Studiengangs stand unseres Wissens nach nicht auf der Tagesordnung der EF-Sitzung.  Außerdem wurde uns mitgeteilt, dass es zu diesem Thema in der Sitzung vom 8 Juli keine Abstimmungen geben würde. Alle Studierendenvertreter_innen haben in der Sitzung gegen den VWL-Pflichtanteil von 60 Punkten gestimmt.

Wir finden es skandalös, wie über die Köpfe von Studierenden hinweg entschieden wird! Vor allem, weil uns zugesichert wurde, dass die Entscheidung erst im August getroffen wird! Das ist ein unehrliches und mehr als intransparentes Arbeiten. Wir weisen Sie daraufhin, dass wir dieses intransparente Vorgehen der WiSo-Fakultät der Presse mitteilen werden. Studentische Interessen dürfen in einem solchen Entscheidungsprozess nicht ignoriert werden. Außerdem bitten wir Sie um ein Gespräch in naher Zukunft mit Vertreter_innen des Bündnisses „Sozialwissenschaften erhalten“. Wann könnte dieses Gespräch stattfinden?  Wir bitten Sie um Terminvorschläge.

Mit freundlichen Grüßen

Das Bündnis „Sozialwissenschaften erhalten“

Latinumspflicht abschaffen – Postkartenaktion gestartet

Postkarte_Latinum_s1Noch immer ist in der Lehramtszugangsverordnung festgelegt, dass einige angehende Lehrer_innen ein Latinum nachweisen müssen. Dies ist nicht nur sozial oft ein großes Problem, viele Studierende müssen ihr Latinum während des Studiums nachholen, sondern schafft auch einige andere Probleme:

So führt es zu einer Verzerrung zwischen den Schulformen, an denen die allgemeine Hochschulreife erlangt werden kann. An Abendschulen und Gesamtschulen wird seltener ein Latinum angeboten, als an Gymnasien. Das mehrgliedrige Schulsystem sorgt auch hier für eine Benachteiligung.

Schlussendlich gibt es keinen Hinweis darauf, dass ein Latinum ein besseres Studium für moderne Fremdsprachen ermöglicht, oder dazu führt, z.B. ein_e bessere_r Englischlehrer_in zu werden. Das Latinum wird im Studium in der Regel nicht genutzt. Von einer Fachwissenschaftlichen Vertiefung kann nicht die Rede sein. Zeit, die fürs Latinum aufgewendet wird, fehlt außerdem für die Fachdidaktik und die Bildungswissenschaften.

Nachdem es Proteste in Paderborn, Bochum und Münster gibt, wollen wir mit einer Postkartenkampagne ähnliches in Köln anregen.Unterschreibt sie und schickt sie direkt ab, gebt sie uns zurück, damit wir sie abschicken oder verteilt sie selber und sorgt dafür, dass möglichst viele im Schulministerium ankommen.

Inhalt der Postkarte

Sehr geehrte Frau Löhrmann,

die Lehramtsausbildung in NRW soll modernisiert werden, unter anderem um mehr Chancengleichheit zu schaffen. Dies ist sehr begrüßenswert. Eine der Bildungsbarrieren ist aber weiterhin die Latinumspflicht für Lehramtsstudierende. Diese Barriere müsste nicht sein.

Anders als Studienfächer, in denen mit lateinischen Primärquellen gearbeitet wird, benötigt man das Latinum im Lehramtsstudium nur zum Selbstzweck. In den meisten Fächern wird sich nicht auf das Latinum bezogen, Studieninhalte werden durch das Latinum nicht erkennbar besser gelernt.

Gleichzeitig stellt die Latinumspflicht eine große Chancenungleichheit dar. Studierende, die kein Latein in der Schule hatten, werden benachteiligt. Dies trifft zum Beispiel viele Studierende, die eine Gesamtschule besucht haben. Durch den hohen Lernaufwand in Latein werden andere für das Lehramt unschätzbar wichtigere Studieninhalte vernachlässigt oder die Studienzeit verlängert sich. Gerade für BAföG-Empfänger_innen stellt die Überschreitung der „Regelstudienzeit“ ein Problem dar: Die Förderdauer wird nicht verlängert.

Daher fordere ich die Abschaffung der Latinumspflicht für Lehramtsstudierende der modernen Fremdsprachen sowie die genaue Prüfung, in welchen anderen Unterrichtsfächern das Latinum tatsächlich genutzt wird und vertretbar sein könnte.

Mit freundlichen Grüßen,

Bye bye Maluspunkte – Maluspunkte werden abgeschafft

Winke, Winke Maluspunkte

Winke, Winke Maluspunkte

Manchmal ist es fast schmerzhaft den Mund zu halten. Bereits am 12. Februar haben wir auf unserer Homepage angedeutet, dass es im Rahmen der Modellakreditierung erfreuliche Neuigkeiten gibt. Da die Sitzungen aber nicht-öffentlich sind, durften wir leider bis heute noch nicht zum Thema berichten. In der vergangenen Woche während des Studienreformtages wurde es nun endlich öffentlich thematisiert:
Die Maluspunkte an der WiSo-Fakultät werden abgeschafft.

Dies ist eine Forderung, die wir bereits seit 2008 in unserem Wahlprogramm stehen haben. Man könnte also sagen, was lange währt, wird endlich gut. Leider dauert es wirklich noch lange: Voraussichtlich 2015 wird die Modellakreditierung durch sein und damit auch die Maluspunkte.

Der Weg dahin war eine lange Strecke. Seit der Einführung gab es Proteste gegen die Maluspunkte. Auch in den Bildungsstreiks wurde immer wieder eine Abschaffung der Maluspunkte gefordert. Die WiSo-Fakultät wurde in regelmäßigen Abständen verklagt und es wurden Mails und Petitionen geschrieben.

Größter Kritikpunkt: Wenn einmal einige Maluspunkte „erworben“ sind, wird jede Prüfungsleistung zur möglichen Knock-Out-Prüfungsleistung. Der psychische Druck steigt enorm. Besonders benachteiligt sind dadurch diejenigen Studierenden, die sich erst an ein universitäres Umfeld gewöhnen müssen und daher in den ersten Semestern bereits einige Maluspunkte sammeln. Vor Allem also Studierende aus Nicht-Akademiker_innenfamilien. Somit sind Maluspunkte nicht nur unnötig, sondern auch sozial ungerecht.

Trotzdem stand in den Sitzungen zunächst zur Debatte, die Maluspunkte auf die gesamte Universität auszudehnen. Dagegen gab es massiven Widerstand. Sowohl von Studierendenseite, als auch von Verwaltungsangehörigen. Leider ist es uns dabei trotz einiger Treffen zum Austausch jedoch nicht gelungen alle studentischen Vertreter_innen auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die Maluspunkte einzustimmen. Vertreter_innen von JuSo-HSG und DieLinke.SDS übten sich in Fundamentalopposition und verhinderten so, dass die Student_innen an einem Strang zogen. Die WiSo-Fachschaft / Die Unabhängigen gingen dagegen sehr defensiv zu Werke.

Von den Studierenden der Humanwissenschaftlichen Fakultät wurde schließlich ein Vorschlag gemacht, der die Diskussion wieder öffnete, statt die einfach umsetzbaren Vorschläge Maluspunkte oder Dreiversuchsregelung umzusetzen, wie es einige Beteiligte, die die Sache schnell abhaken wollten, forderten. Erst diese Öffnung führte zu einer relativen Verbesserung der Prüfungsrestriktionen.

Das letztendlich Ergebnis könnt ihr im Modellbericht lesen. Hier ein Auszug:

„Ein wichtiger Baustein der Harmonisierung ist die Parallelisierung des Aufbaus der Prüfungsordnungen. Dies soll durch die Erstellung einer Musterprüfungsordnung erreicht
werden, die eine Orientierung hinsichtlich Struktur und Standardformulierungen bietet.


Ein gemeinsames Modell der Versuchsrestriktionen

Bei den Vorüberlegungen über ein gemeinsames Modell der Prüfungsstruktur wurde unter Beteiligung von Studierendenvertreter/inne/n grundsätzlich diskutiert, ob überhaupt und welche nicht bestandenen Prüfungen sanktioniert werden sollen. Mit unterschiedlichen Formen der Sanktionierung sind verschiedene Steuerungsfunktionen, Verwaltungsverfahren sowie letztendlich Studier- und Prüfungsverhalten verbunden. In vielen Studiengängen gibt es „Klippenmodule“, die als besonders schwierig eingeschätzt werden, oder es können besonders wichtige Module identifiziert werden, ohne deren erfolgreichen Abschluss ein Fachstudium nicht sinnvoll absolviert werden kann. Prüfungsordnungen sollten diese
Gegebenheiten berücksichtigen, indem einerseits verantwortungsbewusste Anforderungen aufrecht erhalten werden, auf der anderen Seite Rücksicht auf verschiedene Faktoren genommen wird, die zum Nichtbestehen einer Prüfung führen können.

Die Fakultäten einigten sich auf ein Modell der Versuchsrestriktionen, das diese Überlegungen durch flexible Variationsmöglichkeiten berücksichtigt. Grundsätzlich sind zwei Regelungen möglich:
A. Die Anzahl der möglichen Versuche wird auf 3 gesetzt; sind zum Abschluss eines Moduls mehrere Teilprüfungsleistungen erforderlich, so gilt die dreifache Versuchsregelung für jede Teilprüfungsleistung.
B. Die Anzahl der möglichen Versuche ist nicht limitiert, wird also numerisch auf ∞ gesetzt.

Jeder (Teil-)Studiengang sollte prüfen, welche Module aus fachlichen/didaktischen Gründen mit einer dreifachen Versuchsrestriktion belegt werden (Variante A: „Klippenmodule“).
Zur Reduktion des Prüfungsdrucks sollte jeder (Teil-)Studiengang prüfen, welche Module ohne eine Versuchsrestriktion studiert werden können (Variante B). Die Studierenden erhalten in ihrem Studiengang eine festgelegte Anzahl von Jokern (BA = 3, MA = 2). Diesekönnen im Verlauf des Studiums beliebig eingesetzt werden, um eine formal endgültig nicht bestandene Prüfung einmalig wiederholen zu können. Diese und vorangehende Wiederholungen einer Prüfung können an Prüfungsvoraussetzungen geknüpft werden (z.B. Wiederholung des Moduls, einer Veranstaltung etc.). Der Einsatz von Jokern ist an ein Beratungsangebot geknüpft. Bei Erreichen von mindestens 80% der Leistungspunkte eines Studiengangs (exklusive Abschlussarbeit) kann ein weiterer Joker zur Anwendung kommen („Ass im Ärmel“).“

Dies bedeutet vor Allem für die für die WiSo-Fakultät Verbesserungen, aber auch für Fächer in denen bisher eine strikte Dreiversuchsregelung galt, wie z.B. die Psychologiestudiengänge an der Humanwissenschaftlichen Fakultät. Im Master an der WiSo ist die Verbesserung am deutlichsten. Dort können statt bisher 36 Maluspunkten, was die automatische Exmatrikulation nach 7 misslungenen Prüfungen bedeutete, nun 52 Prüfversuche unternommen werden. Diese Rechnung hinkt natürlich, da es meist nur wenige Module sind, die Schwierigkeiten bedeuten. Daher wünschen wir uns in diesem Fall, dass in möglichst vielen Fällen die Versuchszahl nicht legitimiert wird.

Für uns steht dabei vor Allem ein positives Menschenbild im Raum, was davon ausgeht, dass Studierende, wenn es ihnen ermöglicht wird auch einen Abschluss schaffen. Statt Restriktionen müssen die Hochschulen ein lernfreundliches Klima schaffen. Mit der Abschaffung der Maluspunkte geht man nun einen Schritt in die richtige Richtung.

Abschließend kann man festhalten, dass vielleicht noch mehr zu holen gewesen wäre, hätten alle Studierenden an einem Strang gezogen. Insgesamt kann man aber mit den Verbesserungen recht zufrieden sein. Wichtig ist nun zudem, dass die Fächer in denen es bisher keine oder nur sehr wenige Versuchsrestriktionen gab nun nicht die Möglichkeit sehen, diese einzuführen, sondern die Versuchsmöglichkeiten nicht limitieren.

Antwort auf offenen Brief des Instituts für Allgemeine BWL

Am 27. Februar haben wir den Lehrstuhl für Allgemeine BWL und Personalwirtschaftslehre in einem offenen Brief einige Fragen geschickt, um die Verstrickung des Lehrstuhls in die Vergabe des Awards „Great Place to work“ zu erfahren. Mit diesem Preis wurde unter anderem die Zeitarbeitsfirma Trenkwalder ausgezeichnet, die im Zuge der Berichterstattung zur ARD-Dokumentation „Ausgeliefert!“ über die Beschäftigungsverhältnisse bei Amazon in die Kritik gekommen war.

Am 9. April haben wir nun die Antwort vom Lehrstuhl erhalten.

Antwort von Herrn Prof. Dr. Dirk Sliwka

Sehr geehrte Damen und Herren,

erst heute habe ich wegen einer Anfrage der Stadtrevue von Ihrem Schreiben (anbei) erfahren. (Da es ohne Namen und Anschrift per Email an das Sekretariat gesendet wurde hatte meine Sekretärin, die damals krankgeschrieben war, ihn bei der Durchsicht ihrer Mails als Spam klassifiziert und nicht weitergeleitet).

Hier die Antwort:
· Wir haben mit der Preisvergabe nichts zu tun und hatten dies auch nie.

· Weder der Lehrstuhl noch irgendein Mitarbeiter hat je Geld von Great-Place-To-Work bekommen.

· Hintergrund: Wir haben vor einigen Jahren einmal Daten für ein Forschungsprojekt bekommen aus einer großzahligen Beschäftigtenbefragung, die vom Arbeitsministerium finanziert worden ist und von GPTW durchgeführt wurde. Daraufhin haben wir einige wenige Fragen für weitere Befragungen von GPTW vorgeschlagen, die uns in der Forschung interessieren. Great-Place-To-Work hat uns daraufhin als Forschungspartner auf ihrer Webseite genannt. Es scheint daraus der Eindruck entstanden zu sein, dass wir an der Preisvergabe beteiligt sind. Dies ist nicht der Fall.

Mit freundlichen Grüßen
Dirk Sliwka

Unsere Stellungnahme zur Antwort

Mit Verwunderung nehmen wir zur Kenntnis das sich das Institut nicht gegen die Darstellung wehrt, die in den Medien verbreitet wurde (u.a. von der Tagesschau). Auf der Webseite des „Great Place to Work“-Preises wird das Seminar von Herrn Pliwka weiterhin als Forschungspartner genannt (siehe http://www.greatplacetowork.de/partner-dba) und auch in der Ausschreibung für „Deutschlands beste Arbeitgeber 2014“ ist die Universität zu Köln als Kooperationspartner weiterhin genannt (siehe http://www.greatplacetowork.de/dba-initiative).

Wir werden auch weiterhin einen kritischen Blick auf die Forschungsaktivitäten werfen und im Zweifel intervenieren.

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