Student_innenverbindungen und Burschenschaften an der Uni Köln

die reaktionären Kinder der deutschen „Revolution“

An der Uni Köln gibt es etwa 30 Student_innenverbindungen. In die Uniöffentlichkeit trauen sich diese allerdings eher selten. Solange man nicht das Pech hat, in der Nähe eines Burschenschafts- oder Verbindungshauses zu wohnen, kann man die Herren in den albernen Uniformen (meistens sind keine Damen zugelassen) höchstens am Erstsemester_inneninfotag betrachten.

Die Verbindungen können nach folgenden Kriterien grob gegliedert werden: 1. Danach, ob die Verbindung schlagend oder nichtschlagend ist. Das heißt, ob ihre Mitglieder die Mensur fechten (rituelles Fechten, bei dem sich die Mitglieder ihre Schmisse holen) oder nicht. Bei den Schlagenden ist noch zu unterscheiden zwischen pflichtschlagenden und den fakultativ (also freiwillig) schlagenden Verbindungen. 2. Danach, ob die Verbindung farbentragend oder nichtfarbentragend ist. Also danach, ob die Korporationsmitglieder die Farben des Verbindungswappens in Form von Uniform, Bändern und Mützen zu bestimmten Anlässen am Körper tragen oder nicht. 3. Danach, ob die Verbindung konfessionell gebunden ist oder nicht.

Auch wenn es vereinfacht ist, ist es nicht ganz falsch zu sagen, dass in der Regel Verbindungen, die nicht farbentragend sind, weniger reaktionär sind als die Farbentragenden. Diejenigen, die nichtschlagend sind, sind weniger reaktionär als die Schlagenden. Praktisch alle schlagenden Verbindungen sind zugleich farbentragend.

Obwohl sich die Burschenschaften zu ihren Zielen auf ihren Homepages eher wortkarg geben, lässt sich aus ihrer Mitgliedschaft in Dachverbänden doch recht viel über die politische Ausrichtung dieser Gruppen herausfinden. So sind in Köln drei Burschenschaften Mitglieder des Dachverbands „Deutsche Burschenschaft“ (DB), und zwar die „Kölner Burschenschaft Alemannia“, „Kölner Burschenschaft Germania“ und die „Kölner Burschenschaft Wartburg“. Ihr Wahlspruch lautet „Ehre – Freiheit – Vaterland”. Es werden keine Frauen, Ausländer, Homosexuelle und Kriegsdienstverweigerer aufgenommen. Die DB wird von einer völkisch-nationalistischen Politik bestimmt. So fordert die DB zum Beispiel die Rückgabe der im zweiten Weltkrieg verlorenen deutschen Ostgebiete. Die meisten DB-Burschenschaften verfügen über gute Kontakte zu neonazistischen Kreisen oder sind selbst diesem Lager zuzuordnen. Veranstaltungen mit NPD-Funktionären in Burschenschaftshäusern sind an der Tagesordnung. Die „Kölner Burschenschaft Germania“ etwa bekennt sich in ihrem Selbstverständnis freimütig dazu, alle drei Strophen des Deutschlandliedes zu singen und ein lockeres „Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“, ebenso wie „Deutschland über alles“, aus ihrem Haus erschallen zu lassen.

Aber auch andere Verbindungen, die sich etwa unter dem Dachverband „Coburger Convent“ zusammengeschlossen haben, sind pflichtschlagend und farbentragend. In Köln sind etwa die „Landsmannschaft Macaria“ und die „Turnerschaft Merovingia-Zittavia“ Mitglied dieses Dachverbandes.

Die Universität verweist auf ihrer Homepage im Bereich der privaten Wohnheime unter anderem auch auf verschiedene Burschenschaften und Verbindungen hin, die Zimmer anbieten. Es sollte klar sein, dass es sich bei diesen keineswegs um ideologisch wertfreie „Wohnheime“ handelt, wie auf der Internetseite der Universität suggeriert wird. Darüber hinaus verweist die Universität auch im Bereich Hochschulgruppen auf Verbindungen und Burschenschaften. Wir, campus:grün, haben im vergangenen Semester einen offenen Brief an das Rektorat verfasst, in dem wir diesen Umstand kritisieren und die sofortige Streichung der Burschenschaften aus der Wohnheim-Liste verlangen.

Der Kampf gegen diese politisch zweifelhaft motivierten und patriarchal organisierten studentischen Zusammenschlüsse kann aber nicht nur über solche Verbote laufen. Es bedarf vielmehr permanenter Öffentlichkeitsarbeit, um auf das Treiben dieser Verbindungen hinzuweisen und ihm Einhalt zu gebieten. In anderen Städten haben ASten sogenannte „Burschireader“ erstellt, die die Aktivitäten von Verbindungen aufdecken. Auch für Köln wäre ein solcher Reader mit Sicherheit lohnenswert.

(von Fabian Kaske)

13 Kommentare

  1. Hallo Fabian,

    grundsätzlich habe ich kein Problem mit Menschen, denen das Verbindungswesen nicht zusagt. Andere Menschen können dafür wenig mit den Hasenzüchterverein, der Partei DIE LINKEN oder dem TV-Programm der ARD anfangen. Das ist auch vollkommen in Ordnung so.

    Womit ich aber wirklich ein Problem habe, ist die ewige Verdammung des Farbenstudententums in Vorurteile, die in den seltensten Fällen und den wenigstens bestehende Burschi-Readern wirklich belegt sind.

    Von Themen wie das Mensurenschlagen, Homosexualität etc. möchte ich an dieser Stelle gar nicht anfangen. Ich bin so frei und verweise dazu auf meinen Blog http://www.burschireader.de.

    Die wenigsten der von Dir aufgezählten Vorurteile sind aber sprechend für das Verbindungswesen. Die wenigsten Studentenverbindungen schert es, was der Bundesbruder im Bett treibt, ob Dienst am Vaterland geleistet hat oder Ausländer ist.

    99 Prozent der Aktivitäten von Studentenverbindungen zielen darauf ab, etwas als Gemeinschaft zu erleben und zu erreichen. Natürlich diskutieren wir auch über politische Alltagsthemen, jedoch dann nicht um als Bund eine gemeinsame Linie zu fahren, sondern im Rahmen einer Diskussion von Einzelpersonen, die nicht eine gemeinsame Handlung zu Ziel haben soll. Es ist nichts anderes, wie wenn Freunde beim abendlichen Bier über HartzIV sprechen, Argumente austauschen.

    Du findest deswegen auch so wenig über die Ziele des Verbindungswesens, weil es vor allem eben um das gemeinschaftlich Erleben geht.

    Es gibt bundesweit weit über 100.000 Mitglieder von Studentenverbindungen – wie in jeder anderen Gesellscahftsgruppe auch, gibt es da leider den einen oder andere Deppen, der aus Geschichtsbüchern offenbar nichts gelernt hat. Sprechend für das Verbindungswesen ist das aber sicherlich nicht – es gibt sicherlich auch in dem einen oder andere Taubenzüchterverein ein NPD-Mitglied, deshalb kann aber ein Bundesverband Deutscher Vogelzüchter (falls es einen solchen gibt), nun wirklich nicht als rechtsextrem eingestuft werden.

    Tu Dir bitte selbst einen Gefallen und sehe Dir ein paar Verbindungen an. In aller Regel sind die Veranstaltungen öffentlich. Ich bin mir sicher, dass es Dir zwar dort dann noch immer nicht gefallen wird, allerdings, so bin ich mir sicher, wirst Du Deine Auffassungen über das Patriarchat des Verbindungswesen (und die meisten anderen Deiner Vorurteile) über Bord werfen können.

    Ich bin seit rund 11 Jahren Mitglied einer dachverbandsfreien Nürnberger Burschenschaft; auch ich sehe die einen oder andere Umstände recht kritisch, allerdings wird es in jeder Gemeinschaft (egal ob Familie, Beruf, Freunde, etc.) Dinge geben, die einem eben nicht gefallen, die man aber eben tolerieren muss.

    Herzlichst,
    Frank Kimmerle
    B! Cimbria zu Nürnberg

  2. Hallo Frank,
    zunächst mal vorneweg: Die Artikel auf deinem Blog, sowie die verlinkten Seiten reichen aus um festzustellen, dass ihr ein krudes Weltbild habt. Dein Blog ist tatsächlich auch nicht unbekannt und bietet für Recheche zu Verbindungen auch einen guten Einstieg.
    Mal ehrlich: Freiheit, Ehre, Vaterland? Abgesehen von der Freiheit, was versprichst du dir von diesen Worten? Was soll an Nationen gut sein? Klar, es ist gut sich abgrenzen zu können, andere Gruppen zu kreieren und diese abzuwerten macht Spaß und irgendwelche Begründungen für Kriege müsen doch geschaffen werden…

    Das flächendeckend aus Geschichtsbüchern nicht gelernt wurde beweist du selbst indem du die Beschlüsse der DB verlinkst. Die Türkei gehört nicht zu Europa? Und das wird historisch begründet?
    Spannend wenn man bedenkt, dass „Europa“ erst wenige Jahrhunderte diskutiert wird und jegliche Zivilisation vorher rund ums Mittelmeer stattfand…

    Ich will mich hier auch nicht wirklich länger mit Menschen aus Verbindungen auseinandersetzen, da dieser Artikel nicht geschrieben wurde um in einen Dialog mit reaktionären Spinnern zu treten, sondern um Menschen die eventuell auf sich harmlos gebende Verbindungen hereinfallen aufzuklären.

    Abschließend aber noch eine Bitte: Es gibt tatsächlich einen Grund der dagegen spricht Verbindungen als „Rechtsextrem“ einzustufen. Falls du mehr lesen willst, kannst du gerne folgenden Artikel lesen: http://www.campusgruen.uni-koeln.de/wider-jeden-extremismusbegriff/

    Viele Grüße
    Jonas

  3. p.s. ich schreibe an einem PC der mir nicht gehört und bin die (schwergängige) Tastatur nicht gewohnt. Daher fehlen einige Buchstaben. Ich hoffe es ist trotzdem alles lesbar.

  4. Hallo Jonas,

    eben erst habe ich Deine Antwort gefunden – ich weiß nicht, wann Du das geschrieben hast. Entschuldige aber bitte, wenn meine Antwort zu lange hat auf sich warten lassen.

    Sicherlich gehöre ich nicht zu den „reaktionären Spinnern“. Überhaupt passt der Begriff „Reaktionär“ so wenig in das Verbindungswesen, wie Birnenbaum auf die Autobahn. Egal, ob ich den Begriff eher historisch sehen will oder eher modern, so setzt eine Politisierung voraus, die dem Verbinundgswesen so nicht innewohnt – auch wenn es an vielen Stellen anders geschrieben wird.

    Das Wort Abgrenzung ist leider auch negativ vorbelastet. Man grenzt sich heute überall ab. Man tritt einer Partei bei und grenzt sich gegen die anderen ab, spielt im Fußballverein und gehört eben seinem Team an, ich arbeite bei meinem Arbeitgeber und eben nicht bei dessen Konkurrenz… das lässt sich ewig fortführen. Irgendwann kommt man dann eben zwangsweise auf die Nation. Nationen haben sich über Jahrtausende hinweg selbst geschaffen und sich immer wieder verändert – ein Prozess, der noch immer andauert. Nation heißt ja nicht, dass man an der Landesgrenze die Schotten dicht macht, sondern symbolisiert im Grunde genommen nur, dass eben nach dem Schlagbaum ein womöglich anderes Werte- und Kultursystem vorherrscht. Und wenn mir an dieser Stelle ein Hinweis auf die aktuelle Integrationsdebatte gestattet sei: Wenn man jemanden integrieren will (egal ob den neuen Spieler in dem besagten Fußball-Team, den neuen Kollegen in der Firma oder den Ausländer in Deutschland), muss man doch erstmal um seine eigene Identität wissen. Will man integrieren, setzt das eine gewissen Abgrenzung voraus. Ich sehe den Begriff Nation nicht als Zeichen einer (negativen) Abgrenzung oder gar Bewertung.

    Wenn ich mir die Europäische Union ansehen, dann sehe ich die politische Idee, sich auf gemeinsame Grundwerte zu beziehen und zusammenzuschließen. Aber genau an diesen Grundwerten sehe die Türkei derzeit (noch) scheitern. Das Problem in der Debatte ist weniger die Türkei an sich, als die Wahrnehmung des Landes in der europäischen Bevölkerung – an der Stelle sollte man vielleicht auch kurz erwähnen, dass die Ablehnung eines EU-Beitritts der Türkei nicht alleine eine deutsche Frage, sondern eine europäische ist. Ich persönlich glaube, dass die Türkei besser in einer Mittelmeer-Union aufgehoben ist. Da sind die Gemeinsamkeiten auf einer anderen Ebene angesiedelt und offensichtlicher. Das schafft eine ganz andere Basis, auch für die Aufnahme in eine EU. Soweit meine persönliche Meinung.

    Jetzt habe ich ganz weit ausgeholt, Entschuldigung.

    Danke für den Link zum Extremismus-Begriff. Interessant ist der Artikel in der Tat, erleben wir ja gerade eine unglaubliche Verschiebung dessen, was man als ‚politische Mitte‘ bezeichnet. Dennoch würde ich an dem Extremismus-Begriff festhalten, ist er doch Ausdruck dessen, wo die Toleranz-Grenzen liegen. Allerdings stellt sich auch für mich tatsächlich die Frage, ob man die politische Verortung heute nicht eher dreidimensional aufziehen müsste und sollte, anstatt sich nur mit Links, Rechts und dem was dazwischen liegt, zu beschäftigen. Das führt zu ein gewissen Scheuklappen-Mentalität.

    Gruß,
    Frank Kimmerle

    P.S: Dass mein Blog tatsächlich ‚bekannt ‚ ist und einen guten ‚Einstieg‘ darstellt, freut mich. Das war in der Tat auch meine Intention. Das Verbindungswesen mag nicht allen gefallen (ich kann mich auch nicht sonderlich für Fußball begeistern), als politisches Feindbild taugt es allerdings nicht. Insofern würde es mich auch freuen, wenn ich die eine oder andere o.g. Scheuklappe schaffen würde, damit abzulegen.

  5. Christian Tiemann

    Sa, 6. November 2010 at 20:56

    Hallo Frank,
    herzlichen Dank für Deinen Kommentar!
    Angesichts solcher Berichte wie dem hier zu Grunde liegenden frage ich mich immer wieder, ob man sich die Mühe machen soll, die Vorwürfe zu widerlegen, oder ob man Beiträge, wie die von beispielsweise Herrn Kaske, schlichtweg ignorieren sollte.
    Auch ich bin seit nun mehr 11 Jahren Verbindungsstudent und fühle mich jedes Mal diffamiert, wenn ich solchen Unfug lese. Vielleicht brauche ich in solchen Angelegenheiten ein dickeres Fell…
    Umso dankbarer bin ich für Deine seriösen Kommentare!

    Mit Farbenbrüderlichem Gruß

    Christian Tiemann Z!

    B! Wartburg Köln

  6. mir wäre das ignorieren lieber, dann müsst ich euren blödsinn nicht lesen.

  7. Hallo Fabian,

    es wäre nichts zu ignorieren, gäbe es dan nicht eben jenen vorverurteilenden Blödsinn zu lesen, den ich weiter oben kommentiert habe.

    Es täte manchem selbsternannten Verbindungsgegner einmal gut daran, sich einmal über seriöse Quellen oder zumindest nicht einseitig mit der Materie auseinandern zu setzen. Viele Vorurteile würden sich hier von selbst auflösen.

    Lieber Farbenbruder Tiemann,

    vielen Dank für Deinen Kommentar.

    Mit freundlichem / farbenbrüderlichem Gruß

    Frank Kimmerle Z!
    B! Cimbria Nürnberg

  8. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie schnell die selbsternannten Gutmenschen und Verbindungsgegner mit den Vorwürfen zur Hand sind, die Verbindungen durch die Bank weg ein reaktionäres Wesen und Selbstabschottung vor der Realität unterstellen. Gerade der letze Beitrag von „fabian“ zeigt, wie wenig dialogbereit gerade diejenigen sind, die sich Toleranz und Dialogbereitschaft in großen bunten Lettern auf die Fahnen schreiben.

    Mit solch plumper Intoleranz gerade Toleranz einzufordern entzieht Ihnen jegliche Diskussionsgrundlage und -fähigkeit. Überdies ist die Forderung, Verbindungen aus den Universitätsregistern zu Hochschulgruppen zu streichen schlichtweg absurd. Nicht nur, da Verbindungen schon seit mehr als 200 Jahren als die Hochschulgruppe an sich existieren, sondern weil die Forderung einer politischen Gruppierung, eine andere aus den Registern zu streichen, nicht nur nach Zensur, sondern fast nach schlimmerem riecht.

    Mit besten Grüßen

    T. Illing Z!
    LB! Alemannia Bamberg

  9. ach leute, erzählt hier doch keinen scheiß. dein verein lieber christian tiemann hat noch vor wenigen jahren schwarz-weiß-rote bänder verteilt, spricht von freiheit, ehre und vaterland und ist in einem reaktionärem dachverband mitglied.
    die lb allemania bamberg beschäftigt sich auf ihren abenden damit soldaten- und kriegslieder zu verherrlichen.
    die cimbria distanziert sich zumindest offiziell von rechts, liest man aber weiter steht da so viel von befehl und gehorsam, dass es wieder unglaubwürdig wird.

    ich hoffe, ihr sehr eure eigenen homepages als seriöse quellen an?

  10. Guten Morgen,

    was die Cimbria betrifft, so kommt das Wort „Befehl“ überhaupt nicht und „Gehorsam“ genau einmal vor. Letzteres war in diesem Zusammenhang noch nicht einmal auf uns selbst bezogen.

    In vielen Comments wird allerdings häufig von Herrschaft und Befehlen gesprochen. Einen solchen Comment zu haben, heißt aber nicht, ihn auch 100%ig zu leben. Manche leben ihn strenger, manche sehen ihn lockerer.

    Wer glaubt, auf einer Kneipe säßen die Bundesbrüder wie die Hühne auf der Stange und würde ausschließlich aufmerksam den Blick streng nach vorne in Richtung der Chargierten werfen und sich nur bewegen, wenn es ihnen erlaubt würde, der hat noch nie eine Kneipe mitgemacht.

    Sicherlich stellt der Comments die Grundlage des Bundeslebens dar. Er ist von seiner Bedeutung vielleicht zu vergleichen mit der Geschäftsordnung bspw. einer Partei. Gäbe es im Bundestag keine GO wären Debatten dort per se nicht möglich. GOs und Comments sollen die grundlegenden Verhaltensweisen (aber natürlich auch Sanktionsmöglichkeiten) regeln, um ein ordentliches Bundesleben zu gestalten.

    Wenn in solchen Schriften von ‚Befehl‘ oder ‚Gehorsam‘ die Rede ist, dann ist dies vor allem historisch begründet und meines Erachtens ein Teil der Überlieferung bzw. des Brauchtums, der gepflegt wird (und auch werden soll).

    Jonas, bevor Du hier jemanden anprangerst, dann prüfe bitte auch Deine eigenen Angaben (siehe oben), ansonsten führt eine ehrlich geführte Diskussion schnell ins Absurde.

    Viele Grüße,
    Frank Kimmerle
    B! Cimbria Nürnberg

  11. hallo frank,
    ich zitiere http://www.cimbria-nuernberg.de/:

    „Ein angetragenes Expräsid kann nur aus zwingenden Gründen abgelehnt werden. Es ist vornehme Pflicht eines jeden Bundesbruders, nach Kräften zur Gestaltung einer Kneipe beizutragen.“

    „Der Senior leitet die Kneipe. Selbst unter dem Comment stehend, hat er unumschränkte Herrschaft über die Corona. Stoffmangel beschränkt seine Rechte nicht. Jedes von ihm ausgehende Kommando hat im Dienste eines geordneten Kneipablaufs sofort befolgt zu werden.“

    „Hat jemand etwas vorzubringen, so bittet er das Präsid darum mit den Worten: „Verbum peto!“ oder „Ich bitte ums Wort!“. Der Senior gibt seine Zustimmung mit „Habeas“ oder verweigert sie mit „Non habeas!“. Füxe erbitten das Wort beim Fuxmajor. Der Senior kann jedem beim Vorliegen eines wichtigen Grundes das Wort entziehen.“

    „Während des Officiums gilt unausgesprochen das Kommando „non vagari!“. Wer sich kurzzeitig von seinem Platz entfernen bzw. den Kneipsaal verlassen will, muß beim Präsid darum mit den Worten „Tempus peto!“ nachsuchen. Die Rückkehr wird mit „Tempus ex, gracia“ gemeldet. Beim Verlassen des Kneipsaals wird die Mütze bzw. die Tonne auf dem Präsidiumstisch abgelegt. Füxe erhalten Tempus vom Fuxmajor.“

    ich glaube das reicht erstmal zum thema befehl und gehorsam. ich gehe davon aus, dass du diese passagen kennst.
    nun zu deinem beitrag:
    du sagst es gibt comments, diese werden aber nicht gelebt und sind zu vergleichen mit einer geschäftsordnung? erklär mir das bitte, da geschäftsordnungen normalerweise (!) ziemlich eindeutig sind und nicht der interpretation unterliegen…

    entweder ich transportiere überkommene inhalte, oder ich tu es nicht. solange die von mir angegebenen punkte bei euch eine rolle spielen seid ihr nicht in der gegenwart angekommen. ob das in verbindungen überhaupt möglich ist wage ich aber sowieso zu bezweifeln…

  12. Hallo Jonas,

    Deine Zitate gehe ich einmal Schritt für Schritt durch…

    “Ein angetragenes Expräsid kann nur aus zwingenden Gründen abgelehnt werden. Es ist vornehme Pflicht eines jeden Bundesbruders, nach Kräften zur Gestaltung einer Kneipe beizutragen.”

    Wenn Du wüsstest, was eine Expräsid ist, hättest Du diesen Teil sicherlich nicht zitiert. Es geht hierum lediglich darum, den inoffiziellen Teil nach einer Kneipe aktiv mitzugestalten und den Vorsitz dort zu übernehmen.

    Auch in jeglicher Demokratie gab und gibt es die Pflicht zur Amtsübernahme. Egal ob im früheren Athen oder in unserer heutigen BRD. Das hat nichts mit Befehl oder Gehorsam zu tun.

    “Der Senior leitet die Kneipe. Selbst unter dem Comment stehend, hat er unumschränkte Herrschaft über die Corona. Stoffmangel beschränkt seine Rechte nicht. Jedes von ihm ausgehende Kommando hat im Dienste eines geordneten Kneipablaufs sofort befolgt zu werden.”

    Dies besagt lediglich, dass der Senior die Kneipe leitet und führt und daher von Amtswegen eine Art natürliche Authorität darstellt. Auch das findest Du in jeglicher demokatischen Organisation wieder. Wichtig ist dabei aber, dass auch der Senior selbst unter dem Comment steht – d.h. auch er kann bei Fehlverhalten seitens der Corona „belangt“ werden.

    “Hat jemand etwas vorzubringen, so bittet er das Präsid darum mit den Worten: “Verbum peto!” oder “Ich bitte ums Wort!”. Der Senior gibt seine Zustimmung mit “Habeas” oder verweigert sie mit “Non habeas!”. Füxe erbitten das Wort beim Fuxmajor. Der Senior kann jedem beim Vorliegen eines wichtigen Grundes das Wort entziehen.”

    Sich zu melden lernt man heute schon im Kindergarten. Wird man aufgerufen, redet man. Das sollte eigentlich schon die gute Erziehung von zuhause aus mitbringen.

    “Während des Officiums gilt unausgesprochen das Kommando “non vagari!”. Wer sich kurzzeitig von seinem Platz entfernen bzw. den Kneipsaal verlassen will, muß beim Präsid darum mit den Worten “Tempus peto!” nachsuchen. Die Rückkehr wird mit “Tempus ex, gracia” gemeldet. Beim Verlassen des Kneipsaals wird die Mütze bzw. die Tonne auf dem Präsidiumstisch abgelegt. Füxe erhalten Tempus vom Fuxmajor.”

    Auch das ist schlicht und ergreifend ein Akt der Höflichkeit. Es würde auch den Schulunterricht oder die Vorlesung stören, würde dort ein ständiger Herdentrieb vorherrschen. Weder wäre so Unterricht möglich, noch könnten diejenigen, die an der Veranstaltung teilhaben wollen, dem Stoff wirklich folgen.

    Gerade auch bei einer Unterbrechung einer Veranstaltung ist es doch von Vorteil, man hat den Überblick darüber, wieviele Teilnehmer noch nicht wieder zur Fortsetzung zurück gekehrt sind – so können „Störungen“ im Kneipverlauf – zum wohle aller – schlicht vermieden werden.

    Zu allen einzelnen Punkten (bis auf das Verlassen des Saales) findest Du bspw. in der GO des Bundestags (http://www.bundestag.de/dokumente/rechtsgrundlagen/go_btg/index.html) äquivalente Regelungen. Auch muss ich Dir widersprechen: Diese GO enthält nicht ausschließlich interpretationsfreie Paragraphen, im Gegenteil. Dei GO des Bundestags gibt des BT-Präsidenten eine Fülle an Ermessensspielräumen, in denen er mehr oder minder frei entscheiden kann.

    Es mag sein, dass der Sprachgebrauch eines überlieferten Comments auf den einen oder andere befremdlich wirkt – inhaltlich findest Du die darin enthaltenen Regelungen an vielen Punkten unsere Landes und seiner Organisationen.

    Sorry, aber ein Ableitung von Befehl und Gehorsam insbesondere aus unserem Comment schlägt komplett fehl.

    Gruß,
    Frank

  13. Hallo,

    erst jetzt habe ich diesen Artikel gefunden.

    Ich musste schon oft feststellen, dass die CampusGrünen ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden. Während sie auf einen Afrikanischen Festival rumspringen und Vodoo-Zauberei ach so kulturell interessant findet, wollen sie die katholische Kirche am besten verbieten. So viel zur Religionsfreiheit, welcher sie nicht gerecht werden. Genau so steht es bei der Koalitionsfreiheit und der Meinungsfreiheit. Diese Freiheiten sind auch nur den Menschen gestatten, welche dem „grünen“ Weltbild entsprechen. Alles andere ist reaktionär usw…

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