Kölner Professorin unterstützt homophobe Hetze

Das Autonome Lesben- und Schwulenreferat (LUSK) kritisiert die Unterstützung der Kölner Professorin für eine Erklärung fundamentaler, evangelikaler Christen. Wir dokumentieren die Pressemitteilung der LUSK und sprechen uns natürlich gemeinsam mit der LUSK für schnelle Distanzierung der Uni und Aufklärung mit eventuellen Konsequenzen aus.

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Creative Commons LicenseFoto von: Schockwellenreiter

Professorin Edith Düsing, Dozentin der Philosphischen Fakultät der Universität zu Köln, ist Unterzeichnerin der Erlärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung“ wie das Autonome Lesben- und Schwulenrefat an der Universität zu Köln (LUSK) herausfand. Sie stärkt damit einigen fundamentalistischen Referenten auf dem „6. Internationalen Kongreß für Psychotherapie und Seelsorge“ den Rücken. In den Medien ist der Kongreß schon seit Wochen aufgrund dieser Referenten präsent, die eine Veränderbarkeit einer homosexuellen Orientierung proklamieren.

Edith Düsing unterstützt damit Ansichten Homosexualität als psychische Störung zu betrachten und die sexuelle Orientierung in pseudowissenschaftlicher Weise zu pathologisieren. Es wird ein Krankheitsbild konstruiert, dass die homosexuelle Orientierung als Problem betrachtet.

Es ist inakzeptabel, dass Orientierung und Lebensweise Lesben und Schwuler nicht anerkannt, sondern im Gegenteil als problematisch und gefährdend erachtet wird. Das ist kein Ausdruck wissenschaftlicher Diskussion, sondern die Kapitulation vor homosexuellenfeindlichen Organisationen, die eine Plattform finden, um ihre diskriminierenden Ansichten zu verbreiten.

Die Universitätsleitung wird sich hoffentlich schnellstens von diesen pseudowissenschaftlichen Behauptungen distanzieren, da Prof. Düsing mit ihrem vollen akademischen Titel unterzeichnet hat. Die LUSK hat Prof. Düsing um eine sofortige Stellungnahme gebeten.

Die Universität muss ein Zeichen gegen Homophobie und Diskriminierung setzen!

Link zur Erklärung, die Frau Düsing mitunterzeichnet hat

Liste mit den Unterzeichnern der Erklärung

Nachtrag: Falls ihr euch über die zahlreichen sinnfreien Kommentare unter diesem Artikel wundert, schaut euchmal  die Seite von medrum.de mal an. Dort wurde ein Artikel über diesen Eintrag verfasst, und dieser Artikel verlinkt. Um zu sehen, was für Menschen sich bei dieser Seite tummeln, sei mal auf eine im Original abgedruckte Pressemitteilung von Christen pro köln verwiesen.

9 Kommentare

  1. (1) „Fundamentale Christen“
    Denkt mal nach, was diese Christen schon alles in der Gesellschaft geleistet haben. Karitative Einrichtungen, Suppenküchen, Waisenhäuser,…
    (2) Leider kann ich in der Erklärung nicht erkennen, wo es um homophobe Hetze gehen soll.
    Was für eine Minderheitenfeindlichkeit ihr nur betreibt!
    Die Referenten sind diese Minderheit.
    Die Referenten gehören zu einer Minderheit, die versuchen Menschen zu helfen, die aus eigenem Entschluss ihre homosexuelle Neigung nicht ausleben möchten.

    Mit großer Sorge betrachte ich, wie einfach es ist, gegen Minderheiten Stimmung zu machen und diesen die Freiheit des Denkens und der Meinungsäußerung abzuerkennen

  2. (MEDRUM) „Campus Grün Köln“ betreibt diffamierende Desinformation und verbreitet diskriminierende Äußerungen über die Unterzeichner der Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung“.

    In der Überschrift eines Artikels vom 29.04.09 wird festgestellt: „Kölner Professorin unterstützt homophobische Hetze…“. Verurteilt wird namentlich die Professorin für Philosophie Edith Düsing, weil sie die Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung“ unterzeichnet hat. Weiter heißt es: „Das Autonome Lesben- und Schwulenreferat (LUSK) kritisiert die Unterstützung der Kölner Professorin für eine Erklärung fundamentaler, evangelikaler Christen. Wir dokumentieren die Pressemitteilung der LUSK.“

    Die Behauptung, die Kölner Professorin unterstütze „eine Erklärung fundamentaler, evangelikaler Christen“ ist falsch. Richtig ist vielmehr, dass eine Vielzahl namhafter Persönlichkeiten und Bürger aus allen Berufsgruppen und aus verschiedenen Konfessionen die Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung“ unterstützen, wie die Unterzeichnerliste in MEDRUM belegt. Sie ist weder eine Erklärung fundamentaler noch evangelikaler Christen. Viele Erstunterzeichner sind weder evangelische noch evangelikale, sondern katholische Christen oder haben keine Bindung an eine dieser kirchlichen Gemeinschaften.

    Ebenso wird falsch behauptet, die Professorin unterstütze „homophobe Hetze“. Richtig ist, dass die Unterzeichner der Erklärung die Würde homosexuell orientierter Menschen und ihr Recht achten, eine homosexuelle Lebensweise zu praktizieren. In der Erklärung wird hierzu ausdrücklich festgestellt: “ Niemand bestreitet die Würde von Menschen mit homosexueller Orientierung und ihre persönliche Freiheit, eine homosexuelle Lebensweise zu praktizieren.“ Eine solche Haltung dokumentiert das Gegenteil von „homophober Hetze“. Auch die Feststellung in der Erklärung, es gebe Menschen, die unter ihrer sexuellen Orientierung leiden und therapeutische Hilfe suchen, dokumentiert dies. Hier spiegelt sich keine feindselige Haltung wieder, sondern die Aufmerksamkeit und das Interesse für solche Mitmenschen, die mit ihrer homosexuellen Orientierung im Konflikt leben und Hilfe suchen, weil sie ihre Orientierung verändern möchten. Nicht in dieser, sondern in der Haltung derjeniger wird eine menschenabgewandte, „homophobe“ Einstellung sichtbar, die vor hilfesuchenden Menschen die Augen verschließen und ihre Bedürfnisse ignorieren. Dies spiegelt sich schließlich auch in einer weiteren Feststellung der Erklärung wieder, die auf wissenschaftliche Unter­suchungen hinweist, die belegen, dass praktizierte Homosexualität auch ein erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko bergen kann. Den Hinweis auf nachweisbare gesundheitliche Risiken als „homophob“ zu diffamieren, zeugt von Ignoranz und geringem Verantwortungsbewußtsein. Wer würde einem Experten für Sicherheit im Straßenverkehr „Autofeindlichkeit“ vorwerfen können, weil der auf Risiken und Gefahren im Verkehr aufmerksam macht?

    Unabhängig von der Frage nach dem Umgang mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen täuscht die Darstellung im Campus Grün Köln jedoch darüber hinweg, dass es den Unterzeichnern nicht um die Frage des Umgangs mit der Sexualität geht, sondern darum, einen offenen und kontroversen Dialog zu ermöglichen, anstatt Rede- und Denkverbote zu erteilen und fachkundige Experten von einer solchen Diskussion auszuschließen, wie es von verschiedenen Gruppen gefordert wird. Dies ist das Kernanliegen der Unterzeichner der Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung“, in der festgestellt wird, dass es für dringend nötig erachtet wird, dass den Kongreßteilnehmern am Marburger Kongreß „Psychotherapie und Seelsorge“ ein uneingeschränkter fachlicher Dialog ermöglicht wird. Die Unterzeichner setzen sich nicht für „homophobe“ Ziele und derartige Anliegen, sondern für die Freiheit der Versammlung, der Rede, des wissenschaftlichen Diskurses und der Wahl der Therapie ein.

    Trotz solcher irreführenden Informationen hat sich eine Reihe von Personen entschlossen, eine Erklärung der LUSK (Lesben- und Schwulenreferat Köln) „Für Akzeptanz und Gleichberechtigung“ zu unterstützen, in der den Unterzeichnern der Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung“ vorgeworfen wird, sie würden sexuelle Orientierung und Identität vermischen. Es sei inakzeptabel, dass Orientierung und Lebensweise Schwuler und Lesben nicht akzeptiert und anerkannt würden, sondern im Gegenteil als problematisch und gefährdend erachtet würden. „Wir fordern die Unterzeichner der Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung“ zur Richtigstellung ihrer Thesen auf und verlangen eine öffentliche Entschuldigung, die an alle Lesben und Schwule gerichtet ist“, lautet der Schluß der Erklärung der LUSK.

    Zu den Unterzeichnern der LUSK-Erklärung gehören unter anderen:

    * Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenbandes in Deutschland (LSVD) – Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof a.D.
    * Prof. Dr. Melanie Steffens, Dozentin für Psychologie an der Universität Jena
    * Günter von Schenk, Vorstand Junge Europäische Föderalisten (JEF) – Vorstand BUND

    Falsch ist schließlich auch die Feststellung in der LUSK-Erklärung, die Erklärung “Für Freiheit und Selbstbestimmung” sei eine Erklärung des Forums Medrum. Richtig ist, dass es sich nicht um eine Erklärung des Forums MEDRUM handelt, sondern um eine Erklärung der Unterzeichnenden. MEDRUM hat diese Erklärung wie andere Informationsdienste, z.B. „kath.net“ publiziert und stellt die Plattform für eine Online-Unterzeichnung der Erklärung zur Verfügung.

    Quelle: http://www.medrum.de/?q=content/diffamierung-der-erklaerung-fuer-freiheit-und-selbstbestimmung-und-edith-duesings

  3. Toleranz gegenüber der Meinung eines anderen Menschen – nur wenn diese meiner Meinung entspricht??
    Was ist das für eine rabulistische, semantische Verdrehung – sonst ein Kennzeichen von diktatorischen Ideologien! Hatten wir schon zweimal in jüngster deutscher Vergangenheit. Danke, es reicht. Obsta principiis-wehret den Anfängen!

  4. Homophobie gibt’s gar nicht!

    Homo heißt ‚gleich‘, wovor soll man denn Angst haben!

    Sich selbst vielleicht?

  5. Das soll grüne Politik sein?
    Erschreckend.
    Entschuldigung, das ist menschenverachtend.
    Wer denkt sich so etwas bloß aus,
    es gibt weiss Gott Probleme bei denen sich lohnt zu engagieren,
    diese Problem, das gar keins ist, bestimmt nicht.

  6. Wenn die linken Gruppen in Marburg das DIJG und Wüstenstrom ohne zu lügen angreifen würden, dann könnte man Sie wenigstens ernst nehmen und wir bekämen eine wirkliche Debatte über die Bedeutung von Geschlechterrollen in der Gesellschaft. Auf das vom Robert Koch Institut und durch Massen von anderen Studien aufgezeigte Risiko eines Lebensstils hinzuweisen wird als menschenverachtend hingestellt. Ich fasse es einfach nicht, in welcher elenden Debattenkultur wir hier gelandet sind.

    Dass sogar die Grünen solch totalitäre Züge annehmen, ist schon grotesk – und die habe ich mal gewählt. Es ist zum heulen.

  7. Michael König

    Do, 14. Mai 2009 at 20:32

    Was wollen diese Leute denn noch verbieten? Diesem totalitären Wahnwitz muß Einhalt geboten werden. Die Tradition, in der diese „Grünen“ stehen, läßt Schlimmstes befürchten.

  8. Kölner Philosophiestudent

    Mi, 3. Juni 2009 at 02:47

    Alle, die hier für das Recht auf freie Meinungsäußerung einzutreten meinen, sollten sich die Erklärung mal durchlesen. Da steht z.b. „praktizierte Homosexualität“ berge „ein erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko. Dazu zählen überdurchschnittliche Anfälligkeit für AIDS, Geschlechts­krankheiten, Depression, Ängste, Substanzenmissbrauch (Alkohol-, Medikamente und Drogen) und Suizid­gefährdung.“

    Das suggeriert einen kausalen, biologischen Zusammenhang zwischen Homosexualität und den genannten Krankheitsphänomenen. Ob jemand Drogen nimmt, Safer-Sex praktiziert oder zu Depressionen neigt, lässt sich jedoch nicht an seiner sexuellen Orientierung ablesen!
    Rein statistisch betrachtet ließe sich sicher auch ein erhöhtes HIV-Risiko für dunkelhäutige Afrikaner festellen. Wenn ich jetzt behauptete (was ich um Himmels willen niemals ernsthaft täte!!!), die „Lebensweise dunkelhäutiger Afrikaner“ (worin auch immer die bestünde) bedeute eine „überdurchschnittliche Anfälligkeit für AIDS“, dann hätte sicher keiner Probleme damit, mir völlig zurecht Vorurteile gegen dunkelhäutige Bewohner dieses Kontinents anzulasten. Warum?
    Weil ein kulturell-gesellschaftliches Problem sich nicht naturalistisch aus genetischen Eigenschaften deduzieren lässt. Die Art wie die Erklärung formuliert ist, lässt sich also durchaus als diskrimminierend auffassen. Sie unterstellt pauschal allen „praktizierenden Homosexuellen“ Promiskuität und das bedeutet m.E. eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte von Schwulen und Lesben. Eine solche Verletzung aber ist durch die Meinungsfreiheit keineswegs geschützt.

    Allerdings muss ich auch für Frau Prof. Düsing ein gutes Wort einlegen. Ich glaube – zugestandenermaßen eine ganz persönliche Einschätzung – ihr ging es hier tatsächlich vorrangig um die Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit. Gleichwohl bleibt der Wortlaut der Erklärung inakzeptabel. Sollte sie sich nicht noch nachträglich davon distanzieren, wäre ich – gleichfalls ganz persönlich – zutiefst von ihr enttäuscht..

  9. Durch Euren Beitrag „Kölner Professorin unterstützt homophobe Hetze“, den ich durch googeln fand, angeregt, möchte ich auf die Homophobie innerhalb der Schwulenszene hinweisen.
    Seit 18 Tagen weigert sich der LSVD (Lesben- und Schwulenverband in Deutschland) zu unserm Beitrag „Homophobie unter dem Logo des LSVD“ Stellung zu nehmen, weshalb wir an die Öffentlichkeit gingen.
    Was da genau war, was wir unternahmen und wie die Reaktionen innerhalb der Szene sind, kann man unter den folgenden Links erfahren.
    Ein Interview vom 10.01.2010 gegeben dem gayRADIO Schweiz ist hier zu hören:
    http://www.rosa-archiv.de/archiv/homophobie/radioundtv/index.php
    Den gesamten Fall (bereits um die 40 A4-Seiten kann man hier verfolgen:
    http://www.rosa-archiv.de/thema.php
    Bildet Euch also Eure eigene Meinung!
    Danke und beste Grüße
    Jürgen.

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