Schlagwort: geschlechtergerechtigkeit

Sprache schafft Fakten

Warum geschlechtergerechte Sprache wichtig ist

Sprache steht nie im luftleeren Raum, Sprache verändert sich, spiegelt die herrschende Gesellschaftsordnung wider und schafft Realitäten. Unsere Gesellschaft verwehrt weiterhin bestimmten Gruppen eine gleichberechtigte Teilhabe. Dies geschieht manchmal sehr deutlich und manchmal subtiler und lässt sich im Sprachgebrauch oft nachweisen.

Eine große benachteiligte Gruppe sind Frauen. Zwar hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges getan, aber noch immer verdienen Frauen für dieselbe Arbeit weniger Geld, kommen schwieriger in Spitzenpositionen und leisten weiterhin den überwiegenden Teil der von der Gesellschaft weniger geschätzten Arbeit, so z. B. unbezahlte Arbeit im Haus und in der Erziehung. Dass die deutsche Sprache also nicht geschlechtergerecht ist, ist wenig verwunderlich. Zwar wird immer wieder behauptet, das so genannte „generische Maskulinum“ schließe Frauen mit ein, schauen wir aber genauer hin, werden wir feststellen, dass dies nicht wirklich der Fall ist. An wen denkt ihr z.B., wenn ihr die Berufe Sänger, Schauspieler oder Chefarzt, und an wen, wenn ihr Krankenschwester hört? Richtig, der Chefarzt ist beim ersten Gedanken keine Chefärztin. Der Beruf „Krankenschwester“ ist im Gegensatz zu den anderen genannten Berufen deutlich markiert und dem Weiblichen zugeordnet. Weiterlesen

Der Gendergap

Statt des üblichen Binnen-I (z.B. StudentInnen) nutzen wir den „Gender Gap“ (Student_innen). Diese Schreibweise geht auf die Queer-Theorie zurück. Das Binnen-I (StudentInnen) schließt zwar Frauen in den Sprachgebrauch ein, zementiert aber die Zweigeschlechtlichkeit. Dieses binäre Verhältnis spiegelt jedoch nicht die gesellschaftliche Realität wider. Der „Gender Gap“ schließt auch alle diejenigen ein, die sich keinem Geschlecht eindeutig zugehörig fühlen oder fühlen wollen (wie z.B. Intersexuelle, Transgender oder Transsexuelle). Mehr zum Thema geschlechter- gerechte Sprache könnt ihr auf Seite 3 im Artikel „Sprache schafft Fakten“ nachlesen.

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