• Aktionstage gegen Sexismus und Anti-Homosexualität: Wo bleibt der Sexismus gegenüber Frauen*?

    Mo, 18. November 2013 • Universitaet • 0 Kommentare

    Die Kritik an den diesjährigen Aktionstagen des AStA Uni Köln trifft wohl eher die Aktionstage gegen Anti-Homosexualität, denn Sexismus, besser gesagt die Perspektive Unterdrückung von Frauen* sichtbar zu machen, ist kein Thema. Explizit um Frauen* geht es in der ganzen Woche genau einmal, nämlich in ihrer Rolle als „weibliche Täterinnen“. Fast schon höhnisch, nichts für die Gleichstellung von Frauen in einer Woche gegen Sexismus zu tun und dann auch noch Frauen, die unter 5% der Fälle Täterinnen sind als solche explizit zu benennen. In dem ganzen Programm ist die Gleichstellung von Mann* und Frau* keine einzige Veranstaltung gewidmet. Einen thematischen Schwerpunkt während den Aktionstagen zu setzen ist eine Sache, eine komplette Seite von Sexismus aber nicht zu beleuchten (obwohl sie deutlich sichtbar im Titel steht) eine andere. Diversity, wie sie von dem verantwortlichen diversity Referat propagiert wird ist hier schmerzlich zu vermissen.

    In Anbetracht dieser Woche, wird auch die Forderung, den Gleichstellungsbeirat in seiner jetzigen Form abzuschaffen, der Rosa Liste bei den letztjährigen Wahlen zum Studierendenparlament in ein anderes Licht gerückt. Für die „Jungs“ aus dem Referat ist Sexismus gegenüber Frauen wohl kein ernst zunehmendes Problem mehr. Wir sehen das anders! Frauen* sind immer noch einer strukturellen so wie individuellen Unterdrückung ausgesetzt und von Gleichstellung ist in weiten Bereichen des wirtschaftlichen, sozialen und auch privaten Lebens wenig zu spüren. Bei Aktionstagen gegen Sexismus UND Anti-Homosexualität kann es nicht nur um die „männliche“ Homosexualität gehen, sondern um jegliche, von Sexismus betroffenen Personengruppen wie Frauen, Lesben, Trans* und Interpersonen. Die Beschränkung des Programms, auf von Männern* dominierte Themen, stellt eine eigene Form sexistischen Verhaltens dar.

    Diese Kritik verweist ausdrücklich darauf, dass die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Veranstaltungen zu Homophobie in keinster Weise hinterfragt werden und für wichtig empfunden werden, es aber nicht sein kann, dass zur gleichen Zeit andere Formen der Diskriminierung ausgeklammert werden. Ein diversity Referat sollte sich, quo eigener Definition, der Vielzahl an Diskriminierungsformen bewusst sein und sich nicht auf eine beschränken und eine andere der political correctness halber noch im Titel stehen lassen.

    Wenn kein Verständnis für die Diskriminierung von Frauen besteht, dann doch wenigstens ehrlicherweise AKTIONSTAGE GEGEN ANTI-HOMOSEXUALITÄT. Alles andere ist Heuchelei.

    Das Programm der Aktionstage findet ihr hier: www.facebook.com/events/449062878537412

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